Lachen ist ein angeborenes Ausdrucksmittel – und hat viele verschiedene Gesichter. Nicht nur in Situationen, die uns komisch erscheinen, oder wenn wir gekitzelt werden, lachen wir, sondern wir drücken mit Lachen bewusst – oder unbewusst – unsere Sympathie und Abneigung für oder gegen jemanden, unseren Spott oder unsere Verachtung aus. Und manche müssen das Lachen neu erkennen lernen...

Lachen als Kommunikation – so schätzen Sie Menschen richtig ein

Urform der nonverbalen Kommunikation

Anders als beim Lächeln sind beim Lachen die Zähne im geöffneten Mund sichtbar - Lachen ist ein auffälliges Ausdrucksmittel, ursprünglich eine Drohgebärde (gefletschte Zähne). Als Urform ist Lachen die Entlastungsreaktion nach einer vorherigen Anspannung und signalisiert dem Gegenüber: alles in Ordnung. Auch in angstauslösenden Situationen lachen wir, dann ist es ein Abwehrmechanismus. Wenn Kinder (oder Erwachsene) lachen, weil sie gekitzelt werden, ist es ein Reflex.

Die soziale Funktion des Lachens

Lachen ist ein differenziertes Ausdrucksmittel in Gemeinschaften:
Einerseits ist Lachen eine Stärkung der Gemeinschaft, in der man sich befindet,
andererseits ist es ebenso ein Mittel zum Ausschluss einer Person, die man nicht in seiner Mitte haben möchte: Einem unbeliebten Kollegen wird mit hämischem Lachen seine Außenseiterposition gezeigt. Ein spöttisches Lachen als Reaktion auf etwas Erzähltes wertet den Sprecher ab und schließt ihn ebenfalls aus einer Gemeinschaft aus. Lachen aus Schadenfreude ähnelt genauso einer Waffe und vermittelt ein Machtgefälle; es demütigt den Ausgelachten.

Andererseits wird ein sympathischer neuer Mitarbeiter an seinem ersten Tag mit herzlichem Lachen empfangen. Das signalisiert: „Du bist willkommen!" Ein entwaffnendes Lachen mit offenen Armen bei Begrüßungen vermittelt: „Wir verstehen uns. Du bist einer von uns."

Unterschiedliches Lachen erkennen

Die meisten Menschen können die Bedeutung eines Lachens zuverlässig erkennen. Dies ergaben Untersuchungen in der Arbeitsgruppe um Dirk Wildgruber von der Universität Tübingen. Ohne Mimik oder Körpersprache zu sehen, ordnet der Mensch ein Lachen dem entsprechenden Ausdruck wie Freude, Spott, Schadenfreude oder Reflex (Kitzeln) zu. Das liegt daran, dass jede Lachart ihr eigenes akustisches Tonsignal enthält:

Kitzellachen – ist reflexartig, schnell und hoch. Die Tonsilben folgen kurz und rasch aufeinander.
Freudiges Lachen – ist ein helles und offenes Lachen.
Höhnisches Lachen – ist das tiefste und lauteste Lachen. Es enthält die meisten Dissonanzen und klingt rau bis hart.
Schadenfreude – liegt in der Klangfarbe zwischen Freude und Hohn.

Nicht alle Menschen vermögen das Lachen ihrer Mitmenschen sicher einzuschätzen. Doch selbst wenn man dies nicht (mehr) intuitiv kann – so kann aber jeder Mensch lernen, das Lachen seines Gegenübers richtig einzuschätzen (und er kann umgekehrt lernen, es in angebrachten Situationen bewusst einzusetzen), es sei denn es liegt eine besondere Art der Angst vor Lachen vor.

Was ist Gelotophobie?

Einige Menschen leiden an der ausgeprägten Angst, von anderen ausgelacht zu werden. Gelotophobie heißt diese Angst, bei der Betroffene das Lachen anderer Menschen als unangenehm und gegen sich gerichtet empfinden – auch wenn diese einfach fröhlich sind oder über etwas ganz anderes lachen. Nach Stand bisheriger Studien entsteht Gelotophobie, wenn Betroffene in der Kindheit oft ausgelacht wurden und sie einen Erziehungsstil mit starker Kontrolle und wenig Wärme erlebt haben. Mit Humor und Lachen haben sie nur wenig, wenn überhaupt, entspannte und angenehme Erfahrungen gemacht. Menschen mit Gelotophobie haben vor Zurückweisung Angst, und diese wird durch ein Lachen der Mitmenschen stimuliert.

Wenn Sie Angst vorm Lachen haben, oder einfach mehr über das Lachen erfahren möchten – biete ich Ihnen an, einen meiner Workshops zu besuchen. Im Workshop lernen Sie, besser zwischen den unterschiedlichen Arten des Lachens zu unterscheiden. Wir üben den bewussten Umgang mit Lachen; Humor hilft, Erstarrung und Schamgefühle zu lösen, mit Lachen bauen wir innere wie äußere Hemmungen und Blockaden ab. Das ermöglicht Ihnen, wieder neu auf andere Menschen zuzugehen.

Gern berate ich Sie dazu weiter.

Herzlichst, Ihre Ulrike Fuchs
Paarberaterin und Heilpraktikerin für Psychotherapie

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Lektorat: Dr. phil. Karin Afshar Frankfurt/Main
Foto: Intuitive Fotografie Köln
Christian Kasper, Fotografie München

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