In Deutschland gehören Überstunden fast zum „guten Ton“. Zwei Drittel der Beschäftigten arbeiten regelmäßig nach Feierabend. Einerseits wurde in den letzten Jahren der Leistungsdruck in den Firmen größer, andererseits mutiert Leistungsfähigkeit in unserer Gesellschaft immer mehr zu einem Statussymbol wie eine schicke Villa, die man einfach zu haben hat.

Gesetz gegen Stress. Psychologie. Heilpraktiker für Psychotherapie

Gesetz gegen Stress

Arbeitnehmer fühlen sich zunehmend unter Stress gesetzt. Neben Überstunden verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit immer mehr durch die permanente Erreichbarkeit mit Smartphone und Laptop. Das erzeugt Stress. Nun fordern Linke ein Antistressgesetz, was dem Schutz des Arbeitnehmers dienen soll.

Der Chef im Sadomaso-Kostümchen

Eine amüsante Vorstellung: Der Chef mit Peitsche in der Hand.
Aber mal ehrlich, wann haben Sie zuletzt den Chef als brüllenden Sklaventreiber erlebt, der mit Prügel seine Mitarbeiter antreibt? Die Versklavung ist auch nicht notwendig.
Wir bekommen es selbst gut hin, unser Arbeitsleben hart und stressig zu gestalten.

Unsere Arbeitsmoral: Alles geben, an und weit über unsere Grenzen gehen. Zum besten Mitarbeiter des Monats krönen wir uns selbst, wenn wir aus dem letzten Loch pfeifen und mit „Beinahe-Burnout“ nach Hause wackeln.

Als ob es eine Auszeichnung wäre, sich total auszupowern. Aber der Glaube, dass Geld verdienen immer anstrengend bis schmerzhaft sein, und dass Freizeit erst verdient werden muss, ist ein Irrglaube und dauerhaft sehr schädlich.

Leistungsfähigkeit als Zeichen der Vitalität und Gesundheit

Neulich erst pokerten zwei Männer mit ihren Überstunden lautstark in der S-Bahn:

„Ich war 10 Stunden im Büro und zu Hause muss ich noch ein Projekt ausarbeiten.“

Angespornt von so viel Manneskraft erwiderte der andere: „Nächste Woche geht´s auf Geschäftsreise. Für die Planung wird das Wochenende drauf gehen.“

Beinahe erinnert das an Zeiten, als der Homo sapiens noch nackt umher lief – da war wenigstens offensichtlich, was der andere so zu bieten hat. Da Nacktsein im Büro heute als öffentlichen Ärgernis gilt, müssen andere Mittel her, die messbar sind und die jene strotzende Vitalität belegen.

Nicht nur Männer unterliegen dem Leistungsdruck, auch Frauen müssen mittlerweile mitziehen, um nicht als lasch zu gelten. Schließlich schläft die Konkurrenz nicht. Frauen müssen den Spagat meistern, erfolgreich in Beruf und mit Familie gleichermaßen zu sein. Was könnten sonst die anderen sagen?

Psychologie: Stress im Büro, stressfrei leben Stress durch zu viel Arbeit?

Stress entsteht weder durch nervige Arbeit, noch durch Überstunden. Stress taucht unter anderem immer dann auf, wenn existenzielle Fragen offen sind. So kann eine alleinerziehende Mutter ohne Arbeit oder ein Rentner genauso gestresst sein, wie ein Manager mit mindestens 50 Überstunden im Monat.

Es ist auch nicht die Qualität der Belastung, also positiver oder negativer Stress, sondern viel mehr wie lange die Situation anhält – erst die anhaltende Belastung erzeugt Stress.

Eine iga-Umfrage ergab außerdem, dass bei 61 Prozent der Männer und 68 Prozent der Frauen die Arbeit einen wichtigen Stellenwert im Leben einnimmt. Es kann also nicht die Lösung sein, Arbeit als „bösen Stress“ zu verteufeln, sondern vielmehr ist die Frage zu klären: Wie ist eine gesunde Balance zu schaffen?

Stress gehört zum Leben

Stress ist eine natürliche körperliche Reaktion auf eine Herausforderung. Sie bereitet darauf vor, dass alle möglichen Reserven mobilisiert werden und der Körper sich in Bewegung setzt. Jeder Mensch braucht ein gesundes Maß an Belastung für die körperliche und seelische Entwicklung. Stress gehört zum Leben. Dabei ist er jedoch nur als gesunde Antriebsfeder zu sehen, solange sich Aktivität mit Erholungsphasen abwechseln. Dieser harmonische Wechsel ist ein Grundprinzip des Lebens, ähnlich wie Ebbe und Flut.

Wohlbefinden braucht keine Stressverordnung

Sicher lässt sich eine Fürsorgepflicht des Arbeitgebers gesetzlich regeln, aber die Erlaubnis für Wohlbefinden und Genuss müssen wir uns schon selbst geben.
Damit Sie besser in Ihrer Freizeit abschalten können sind klare Regelungen mit dem Chef wichtig. Diese wirken sich positiv auf Arbeitsleben, Wohlbefinden und Zufriedenheit aus.
So rät auch Ulrike Elsner vom Verband der Ersatzkassen: „Mitarbeiter sollten mit ihrem Vorgesetzten klare Absprachen treffen, wann und wie sie erreichbar sein sollen. Dadurch werden Konflikte vermieden und die Belastungen der Mitarbeiter begrenzt.“

Herzlichst, Ihre Ulrike Fuchs
Paarberaterin und Heilpraktikerin für Psychotherapie

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Foto: Sebastian Fuchs Fotografie München, Intuitive Fotografie Köln
Christian Kasper, Fotograf München

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