Ulrike Fuchs

Psychotherapie und Paartherapie, München, Planegg, Martinsried - Ulrike Fuchs

Hallo, ich bin Ulrike Fuchs, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Paartherapeutin, Dozentin & Autorin. Ich unterstütze Menschen dabei, wieder glücklich und erfüllt zu leben.

Mehr erfahren

Neuerscheinungen

Die 248 schönsten Weisheiten von Ulrike Fuchs

Cover Weisheiten

Smiling Depression, lachende Depression

Smiling Depression: Wenn sich hinter dem Lächeln eine Depression versteckt.

Lächelnde Menschen wirken oftmals sympathisch, aber nicht jedem, der ein strahlendes Gesicht aufsetzt, ist immer nach Lachen zumute. Manchmal kostet es sogar sehr viel Kraft und Energie, zu lächeln, obwohl einem vielleicht gar nicht danach ist. Es kann sich hinter einem Lächeln sogar eine Depression verbergen. Bevor Sie nun aber hinter jedem freudigen Gesicht eine Depression vermuten, was nicht korrekt wäre, lesen Sie besser selbst, was sich hinter der Smiling Depression verbirgt und wie man sie erkennt.

Smiling Depression – nichts zum Lachen

Viele Menschen kennen den Begriff der „lächelnden Depression“ nicht einmal. Eine "lächelnde Depression" ist eine Depression, die sich hinter einem Lächeln versteckt und sie ist gepaart mit dem Bedürfnis, immer alle anderen glücklich machen zu wollen. Dabei bleibt die Depression hinter dem smarten Lächeln oft unerkannt, für die Mitmenschen, sowieso aber manchmal auch für die Betreffenden selbst.

Seien wir ehrlich: Jeder hat irgendwann schon einmal versucht, scheinbar unliebsame Gefühle hinter einem aufgesetzten Lächeln zu verbergen. Es mag sein, dass wir beispielsweise gerade bei der Arbeit sind und die Kollegen von unseren Gefühlen nichts mitbekommen sollen oder dass wir unseren Freunden nicht zur Last fallen wollen. Ein Lächeln ist immer gern gesehen, das glauben zumindest viele Menschen.

Wenn Menschen lächeln oder lachen, bedeutet das aber nicht automatisch, dass sie immer glücklich sind. Denn hinter einem schönen Lächeln kann sich auch eine Depression verbergen. Menschen, die mit den düsteren Gedanken, die eine Depression auslöst, kämpfen, kostet es oftmals viel Kraft und Energie, diese lächelnde und heitere Fassade den ganzen Tag aufrechtzuerhalten. Das ist ihnen nicht immer bewusst. Aber wenn es ihnen gewahr wird, scheint das aufgesetzte Lächeln immer noch eine bessere Alternative zu sein, als die Seiten der Depression zu zeigen. Denn sie wollen niemanden zur Last fallen oder haben die Erfahrung gemacht, dass ihr Umfeld mit einer Depression nicht oder nur schwer umgehen kann.

Natürlich ist nicht jeder, der lächelt, gleich depressiv. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist, ob das Lächeln leicht fällt und einem selbst Freude bereitet oder ob das Lächeln Kraft kostet und man nach einem durchgelächelten Tag k.o. und müde ist. Bei Letzterem lässt sich hinter dem Lächeln eine mögliche Depression vermuten oder zumindest, dass das Lächeln nicht immer so echt war, wie es sein sollte.

15 - 18 Prozent der Gesamtbevölkerung erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Depression (Quelle: Intensivkurs: Psychiatrie und Psychotherapie, 6. Auflage 2008, Urban & Fischer Verlag München, Seite 149).

Dazu sei erwähnt, dass es über das Thema Depression nach wie vor erschreckende Vorurteile gibt. Fakt ist aber auch, dass nicht jeder Mensch eine Depression auf die gleiche Weise erlebt. Einige erkennen nicht einmal, dass sie depressiv sind. Vor allem dann, wenn sie tagtäglich ihrem gewohnten Tagesablauf nachgehen. Wie also kann es sein, dass, wenn man glücklich zu sein scheint und lächelt sowie seinen Tag meistert, depressiv sein kann?

Anzeichen einer lächelnden Depression

Viele haben bei dem Wort „Depression“ dieses Bild im Kopf: Ein ungepflegter Mensch hängt im Schlabber-Outfit auf dem Sofa oder lümmelt im Bett herum, schaut dabei einen Serien-Marathon und futtert eine Familienpackung Eiscreme.

Mit Depression verbinden viele „schwach“, traurig oder ängstlich sein. Aber eine Depression kann viele Gesichter haben, wie ich bereits im Artikel „12 Anzeichen, die auf eine versteckte Depression hindeuten“ schrieb. So kann ein regelmäßig aufgesetztes Lächeln auch eine Depression maskieren oder als Schutzmechanismus gesehen werden, um unliebsame Gefühle wie Angst, Traurigkeit oder Wut zu verbergen und den Mitmenschen zu zeigen, dass diese sich keine Sorgen zu machen brauchen. Menschen mit einer lächelnden Depression empfinden oft Gefühle von Traurigkeit, Schuld und Scham, Enttäuschung, lassen sich leichter entmutigen, sind sehr selbstkritisch, machen sich um vieles Sorgen (Gedankenkreisen), haben Schwierigkeiten, sich zu entscheiden, wollen alles richtig (perfekt) machen und damit niemanden zu Last fallen. Sie glauben, sie müssen alles allein schaffen.

Die Folge dieses „Ich-schaff-das-schon“ sind aber eine erhöhte Müdigkeit und Schlappsein, Erschöpfungssymptome, leichte Reizbarkeit, Minderwertigkeitsgefühle und schnell das Gefühl, sich abgelehnt zu fühlen. Es können auch Schlafstörungen, ein Mangel an Freude, das Gefühl der inneren Leere oder der Verlust der Libido (Verlust des sexuellen Begehrens) auftreten. Bei einer lächelnden Depression leidet auch das Selbstwertgefühl.

Besonders gefährlich wird es, wenn noch Selbstmordgedanken dazu kommen. Denn für die Mitmenschen ist das von Außen nicht zu erkennen, wie schlecht es einem Menschen mit lächelnder Depression geht. Nach Außen passt ja scheinbar alles. Aber die Einsamkeit zerfrisst die meisten Betroffenen und die Idee, einfach nicht mehr sein zu wollen, rückt oft erschreckend nah. Im Gegensatz zur klassischen Depression, bei der auch Suizidgedanken aufkommen können, aber meist der Antrieb fehlt, diesen Gedanken in die Tat umzusetzen, haben Menschen mit einer lächelnden Depression oft noch genügend Energie, sich das Leben zu nehmen. Im Nachhinein hört man immer Verwunderung von den Hinterbliebenen: „Komisch, er war doch immer so ein gut gelaunter Typ. Wie konnte das passieren?“

Deshalb sollte eine lächelnde Depression, genauso wie jede andere Depression, immer ernst genommen werden und professionelle Unterstützung gesucht werden, um schneller wieder aus dem dunklen Loch heraus zu kommen.

Warum wir aufhören sollten, uns gegenseitig zu vergleichen

„Konsumgesellschaft“, heißt es oft. Aber wie oft werden Twitter, Facebook oder Google+ konsumiert? Und hier geht es nicht um den Konsum, sondern um den Vergleich. Jenen Vergleich, den einige Menschen auch mit ihren Nachbarn betreiben oder bereits beim Babyschwimmen mit anderen Mamas. Wir sind in einem permanenten Vergleich mit unseren Mitmenschen: Wer kann höher, schneller, weiter, besser?

Genauer wäre daher der Begriff „Vergleichsgesellschaft“, eine Gesellschaft, in der man sich ständig messen muss, um sich wertiger zu fühlen. Das ist im Grunde sehr schade, denn genau das Gegenteil ist beim Vergleichen der Fall. Wir verlieren nämlich beim Vergleichen unser Selbstwertgefühl – das Gefühl dafür, was wir selbst wert sind.

Zudem können wir beim Vergleichen auch nur verlieren, denn wir schauen immer nur auf das, was es noch zu verbessern gilt. Das heißt, wir messen uns nicht mit unseren Stärken, sondern mit unseren Schwächen. Es ist zu verständlich, dass hier irgendwann Gefühle der Unzulänglichkeit auftauchen – wir fühlen uns als Versager, weil wir meinen, das Leben nicht so gut hinzubekommen wie die anderen. Aber das ist ja nur die halbe Wahrheit. Kein Mensch kann in jeder Disziplin immer an der Spitze sein und nicht jeder ist in allem schlecht – wir alle haben Stärken und Schwächen. Und es ist viel wichtiger, sich dieser Stärken und Schwächen bewusst zu sein, damit wir uns einander ergänzen können.

Das Schielen auf den Nachbarn oder Facebook-Freund ist also Gift für das eigene Selbstbewusstsein, das gilt für uns alle – Vergleichen schädigt das realistische Einschätzen der eigenen Fähigkeiten. Bei einem Menschen mit einer Depression bzw. einer lächelnden Depression ist diese Wirkung aber noch um ein Vielfaches erhöht, da das Selbstwertgefühl bereits wackelig ist und das anfälliger macht für Selbstzweifel, Versagens- und Minderwertigkeitsgefühle.

Niemanden zur Last fallen und Angst vorm Versagen

In vielerlei Hinsicht ist eine lächelnde Depression tückisch, denn nicht nur das Umfeld hat Schwierigkeiten, hinter die Fassade zu blicken. Oft geht es den Betroffenen selbst sehr schlecht, weil sie neben den unliebsamen Empfindungen wie dem Gefühl der inneren Leere und Angst oftmals auch die Einsamkeit plagt. Menschen mit einer lächelnden Depression können sich einfach nicht vorstellen, dass es jemanden auf der Welt gibt, der ihr Leid erkennt und sie versteht. Nicht selten behelfen sie sich dann mit Medikamenten und Alkohol. Diese Art der "Eigentherapie" ist gefährlich, denn schnell kann sich eine Sucht entwickeln.

Um einer lächelnden Depression entgegenzuwirken, hilft nur eines: ein ehrliches Bewusstsein dafür zu entwickeln, wie es Ihnen wirklich geht. Wahrscheinlich kommen da erst einmal Ängste hoch, dass Sie niemanden zur Last fallen wollen. Oder möglicherweise fürchten Sie, dass der Erwartungsdruck, der an Sie gestellt wird, zu hoch ist. Aber Sie müssen nicht allein durch die Depression.

Depressionen sind heute gut zu behandeln und mit professioneller Unterstützung wie beispielsweise einer Psychotherapie lassen sich die Symptome verbessern und der innere Druck lindern.

Herzlichst, Ihre Ulrike Fuchs
Paarberaterin und Heilpraktikerin für Psychotherapie

Jetzt Termin vereinbaren!

Wie ist Ihre Erfahrung mit dem Thema?

Schreiben Sie einen Kommentar!

Das könnte Sie noch interessieren:

Wichtiger Hinweis:
Die Texte auf www.muenchen-heilpraktiker-psychotherapie.de wurden mit Sorgfalt erstellt und dienen informellen Zwecken. Die Inhalte sollen in keiner Weise verleiten, eine ärztliche Behandlung abzubrechen, eine Selbstdiagnose zu stellen, selbst eine Behandlung vorzunehmen oder einen Arztbesuch zu vermeiden. Ganz im Gegenteil: Die hier gegebenen Informationen ersetzen keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung, Unterstützung und Behandlung.

Foto: Christian Kasper Fotograf München, Pixabay
Lektorat: 
Corinna Luerweg Hamburg

Kommentare (7)

This comment was minimized by the moderator on the site

Nach einem mit weinen beginnenden Nervenzusammenbruch der in einer halbstündigen Lachsalve geendet hat, lache ich ständig oder muss grinsen, wenn ich an die Knackpunkte meiner Depression denke. Vorher wurde ich nur wehmütig und nachdenklich...

Nach einem mit weinen beginnenden Nervenzusammenbruch der in einer halbstündigen Lachsalve geendet hat, lache ich ständig oder muss grinsen, wenn ich an die Knackpunkte meiner Depression denke. Vorher wurde ich nur wehmütig und nachdenklich (keine typischen Eigenschaften von mir), doch jetzt hat sich daraus ein unkontrolliertes lachen entwickelt und genau das jagt mir Angst ein. Ich hab das Gefühl ich verlier die Kontrolle über mich.

Weiterlesen
This comment was minimized by the moderator on the site

Mir kann niemand mehr helfen... es tut mir Leid... Ich mache einfach nir alles falsch...
ich will nicht mehr

This comment was minimized by the moderator on the site

Hallo,

es gibt Zeiten, in denen es manchmal alles ausweglos erscheint. Da fällt es einem schwer, die Kraft selbst für Kleinigkeiten zu finden. Und dann mag es so aussehen, dass einen keiner helfen kann. Es gibt jedoch Menschen, die hervorragend...

Hallo,

es gibt Zeiten, in denen es manchmal alles ausweglos erscheint. Da fällt es einem schwer, die Kraft selbst für Kleinigkeiten zu finden. Und dann mag es so aussehen, dass einen keiner helfen kann. Es gibt jedoch Menschen, die hervorragend ausgebildet sind und helfen können. Diese allerdings klingeln nicht an der eigenen Haustüre, sondern man muss diese Menschen aufsuchen, ähnlich wie den Hausarzt, denn dann erst können sie etwas tun.

Herzliche Grüße, Ulrike Fuchs

Weiterlesen
Kommentar zuletzt bearbeitet am vor 3 Monaten von Ulrike Fuchs Ulrike Fuchs
This comment was minimized by the moderator on the site

Durch Zufall auf dieser Seite gelandet:
Ich habe selbst erst letztens die Erfahrung gemacht, dass ich bei einer Freundin meine Depressionen zugegeben habe, also zum ersten mal das Wort benutzt habe... sie glaubt mir nicht, da ich auf meinen Fotos...

Durch Zufall auf dieser Seite gelandet:
Ich habe selbst erst letztens die Erfahrung gemacht, dass ich bei einer Freundin meine Depressionen zugegeben habe, also zum ersten mal das Wort benutzt habe... sie glaubt mir nicht, da ich auf meinen Fotos online immer lächle und extrem viel unternehme. Auf mein Geständnis, dass ich abends dann regelmäßig zusammenbreche, kam ebenfalls Unverständnis und die Aussage, das sei "theatralischer Müll". Dazu auch noch, dass Mitgefühl bei mir ja seit Monaten nichts bewirkt hätte, also gäbe es ja keines mehr, denn es könne mir ja nicht schlecht gehen, wenn ich noch lachen kann... sie hätte schließlich nicht mehr lachen können, als sie einmal eine depressive Phase hatte, also müsse ich ja lügen.
Das hat mich leider gelehrt, nun auch bei meinen Freunden vorsichtiger mit meinen Gefühlen umzugehen, denn die eine habe ich dadurch jetzt verloren.

Weiterlesen
This comment was minimized by the moderator on the site

Hallo Laura,
es gibt Freunde, die zeigen mehr Verständnis, andere dafür weniger. Zumindest haben Sie in dieser Auseinandersetzung mit Ihrer Freundin gezeigt, dass Sie charakterfest sind und sich nichts einreden lassen, das Sie anders empfinden.
H...

Hallo Laura,
es gibt Freunde, die zeigen mehr Verständnis, andere dafür weniger. Zumindest haben Sie in dieser Auseinandersetzung mit Ihrer Freundin gezeigt, dass Sie charakterfest sind und sich nichts einreden lassen, das Sie anders empfinden.
Herzliche Grüße, Ulrike Fuchs

Weiterlesen
Bisher wurden hier noch keine Kommentare veröffentlicht
Lade weitere Kommentare

Einen Kommentar verfassen

  1. Kommentar als Gast veröffentlichen.
0 Zeichen
Anhänge (0 / 3)
Deinen Standort teilen

Ulrike Fuchs

Heilpraktikerin für Psychotherapie
Coaching, Seminare, Vorträge

Kontakt

Röntgenstraße 3
82152 Planegg / Martinsried
bei München

Telefon: 089 - 85 63 63 62

Mail: info@praxis-ulrike-fuchs.de
www.muenchen-heilpraktiker-psychotherapie.de

Standort

anfahrt
Beim Klicken auf der Karte, öffnet sich Google Maps in einem neuen Fenster

Sprechzeiten

Mo: 09:00 bis 18:00 Uhr
Di: 09:00 bis 18:00 Uhr
Mi: 09:00 bis 18:00 Uhr
Do: 09:00 bis 18:00 Uhr
Fr: 09:00 bis 18:00 Uhr

Verstanden

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Datenschutzerklärung