In Deutschland bringen sieben von zehn Männern und fünf von zehn Frauen zu viel Gewicht auf die Waage, veröffentlichte die Gesellschaft für Ernährung (DGE) 2013.

Ernährungswissenschaftler raten zu gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung, um den Kilos den Kampf anzusagen.

Doch wenn das allein das Problem wäre, hätten wir keine Übergewichtigen. Woran liegt es also, dass nach der Ernährungsumstellung und der gewollten Gewichtsabnahme die Schokolade erneut ihren Lockruf ausstößt? Warum essen Menschen mehr als sie benötigen und weit über das natürliche Sättigungsgefühl hinaus? Warum sind sie hungrig, obwohl der Körper satt ist?


Stress und Frust - Ursache für Übergewicht?Stress- und Frustesser wissen: Das Belohnungssystem in unserem Gehirn möchte besonders in stressigen Zeiten stimuliert werden. Kohlenhydratreiche und fettige Kost wie Schokolade oder Käse setzen im Gehirn das Glückshormon Serotonin frei, welches entspannt, beruhigt und tröstet. So greift ein Stressesser beispielsweise bei Liebeskummer oder Prüfungsstress vermehrt zu diesen kleinen Sünden, die das Leben versüßen sollen. Das wohlige Gefühl hält nur kurzfristig an und antwortet anschließend auf der Waage mit drohenden Zahlen. Weil dieses Essverhalten mit dem gesundem Menschenverstand nicht zu steuern ist, passt der Ausdruck „emotionales Essen“ sehr viel besser.

Die hochkalorischen Leckerbissen haben regelrechten Suchtcharakter. Jeder Mensch weiß, dass ein Alkoholiker für den Rest seines Lebens Alkoholiker bleibt – eben trockener Alkoholiker. Niemand würde auf die Idee kommen, einem Alkoholiker zu raten, einfach etwas weniger zu trinken und an die frische Luft zu gehen. Aber in der Ernährungsberatung empfiehlt man genau das den emotionalen Essern. Viele Stressesser berichten sogar, dass ihnen totale Abstinenz wie wochenlanges Fasten viel leichter fällt als ein „normales“ Essverhalten. Essen ist schwierig zu verbannen, denn wir brauchen alle etwas zu essen, um unseren Körper am Laufen zu halten. Das ist bei einem Alkoholiker anders – ganz oder gar nicht, denn der Alkohol ist nicht lebensnotwendig.

Emotionales Essen, auch als Binge Eating bekannt, ist ernst zu nehmen wie eine Sucht. Die Essstörung ist weit häufiger verbreitet als Bulimie und Magersucht. Selten wird sie erkannt, geschweige denn ausreichend behandelt. Das übermäßige Essen geschieht oft im stillen Kämmerlein und ist wesentlich unauffälliger als eine Drogen-, Spiel- oder Alkoholsucht. Essen ist die Droge der Braven, der Unauffälligen, meist sehr sympathischen Frauen und Männer. Sie lieben harmonische Beziehungen zu ihren Mitmenschen und vermeiden Streit, schlucken es im wahrsten Sinne des Wortes einfach herunter.
Dabei dient das Essen als Spannungsabbau, fast immer erschrecken emotionale Esser hinterher darüber, was sie alles verputzt haben - so automatisch läuft dieser Prozess.

Derzeit wird im Ernährungs- und Fitnessbereich wenig Wert auf die Emotionen gelegt, die hinter dem Essverhalten ohne körperlichen Hunger stecken. Es ist ein seelischer Hunger, der reflexartig die Kalorienbomben zum Mund führt. Was soll gestillt werden, wenn der Körper satt ist? Der Hunger nach Wertschätzung, Streitfreiheit, Anerkennung oder Liebe?
Das ist in jedem Fall unterschiedlich, jedoch steckt hinter jedem Essproblem meist eine emotionale Ursache. Zu glauben, der Übergewichtige müsse nur abnehmen wollen, unterstellt jedem Menschen mit Gewichtproblemen, er sei gern dick. Die meisten Übergewichtigen leiden aber unter ihrem Übergewicht und den damit verbundenen Selbstzweifeln. Das erzeugt zusätzlichen Druck und damit schließt sich der Teufelskreis.

Deshalb ist es beim Abnehmen wichtig, neben gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung parallel die Emotionen mit einzubeziehen, um gerade in der Erhaltungsphase gestärkt zu sein und den bekannten Jo-Jo-Effekt zu vermeiden.

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Herzlichst, Ihre Ulrike Fuchs
Paarberaterin und Heilpraktikerin für Psychotherapie

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Lektorat: Corinna Luerweg Hamburg
Foto: Intuitive Fotografie Köln, 
Christian Kasper Fotograf München

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