Eifersucht kann richtig schmerzhaft brennen und in einer Paarbeziehung beide zermürben. Die Eifersucht kann dennoch wichtig und notwendig sein, denn sie verrät viel über eine Beziehung. Wenn Eifersucht in einer Partnerschaft Raum findet, ist dies eine Angelegenheit, die alle Beteiligten etwas angeht, denn sie steht zwischen den Liebenden.

Eifersucht Liebe Verlustangst

Eifersucht: Wozu ist sie gut?

Eifersucht ist ein überwältigendes Gefühl und entsteht aus der Angst, die Zuneigung und Liebe eines nahestehenden Menschen zu verlieren, sowie dass die eigenen Erwartungen nicht mit den Vorstellungen des Partners oder der Partnerin übereinstimmen. Der eifersüchtige Partner bzw. die eifersüchtige Partnerin wünscht sich mehr Nähe, Geborgenheit, Zuneigung, Aufmerksamkeit und Zweisamkeit, als der andere geben kann oder bereit ist zu schenken.

Die Eifersuchtsgefühle werden, müssen aber nicht, durch Unsicherheit, Verlustangst, Kränkungen oder Minderwertigkeitsgefühle ausgelöst. Sie können aber auch tief in der Persönlichkeitsstruktur verankert sein, wie das beispielsweise bei narzisstischen Persönlichkeiten der Fall ist. Auch kann Eifersucht aus einer konkreten Erfahrung wie sexueller oder emotionaler Untreue stammen. Auch nur ein unbestimmtes Gefühl, eine Art „Ahnung“ mag die Eifersucht hervorbringen. Wenn wir eifersüchtig sind, wünschen wir uns, in unserem Bedürfnis gesehen, erkannt und geschätzt zu werden: Meist geht es um mehr Achtung, Wertschätzung und Zuwendung innerhalb einer Paarbeziehung.

Für viele Menschen ist Eifersucht ein unangenehmes Gefühl, sowohl als Eifersüchtiger als auch als Partner von Eifersüchtigen. In unserem Kulturkreis werden wir so erzogen, dass Neid und Eifersucht Gefühle sind, die man nicht haben darf, weil sie schlecht seien. Dabei haben die meisten Menschen verlernt, wie man in einer Paarbeziehung gesund mit der Eifersucht umgeht.

Es mag Sie vielleicht verwundern, dass ich an dieser Stelle die Eifersucht gar nicht in „gesunde Eifersucht“ oder „krankhafte Eifersucht“ unterteile. Das hat auch seinen Grund, denn ob eine Eifersucht gesund oder krankhaft ist, scheint mir für eine Beziehung unerheblich zu sein, denn sie ist ein Konflikt, der zwischen einem Paar steht – egal, ob krankhaft oder gesund. Beide haben ein Problem mit der Eifersucht. Zum anderen legt die Bewertung einer Eifersucht in krankhaft oder gesund den Fokus immens auf den eifersüchtigen Partner. Wer das tut, hat seine Beziehung nicht verstanden.

Konzentriert man sich dagegen auf einen gesunden Umgang mit der Eifersucht, wird deutlich, dass sich ein Paar gemeinsam auf die Spurensuche nach dem Grund der Eifersucht begeben muss. Erst dann kann es eine passende Lösung finden. Der gesunde Umgang beider Partner mit der Eifersucht ist also eine große Chance, mit- und aneinanderzuwachsen und die Beziehung zu stärken.

Ist Eifersucht Verlustangst oder ein Liebesbeweis?

Eifersucht ist weder eine Angst vor Verlust von Kontrolle oder Macht noch ein Liebesbeweis. Bewertungen und sich gegenseitig die Verantwortung zuzuschieben, wer an der Eifersucht nun Schuld sei, helfen nicht weiter, außer dass sie noch zusätzlich das Selbstwertgefühl beider Partner mindern.

„Solange wir nach jemandem suchen, dem wir die Verantwortung für unsere eigenen Gefühle aufbürden können, wird uns die wichtige Botschaft dieser Gefühle entgehen.“ Liv Larsson

Auch der Nicht-Eifersüchtige kämpft mit der Eifersucht des Partners. Jeder hat auf seine Weise mit ihr zu tun, aber wenn das Paar sich in der Eifersucht begegnet, geschieht in der Regel, dass sich beide gegenseitig den „schwarzen Peter“ zuschieben.

Wenn Sätze wie „Wegen deiner Eifersucht …“ oder „Weil du mit dem Typen geflirtet hast …“ fallen, geraten Paare, die sich einst versprochen haben, sich zu lieben und zu ehren, oft in Streit. Aber was ist, wenn keiner von beiden Schuld an der Eifersucht hat, weder der eifersüchtige Partner noch der scheinbar flirtende Partner, sondern wenn die Eifersucht einfach nur ein Gefühl ist, das uns an etwas erinnern möchte?

An dieser Stelle möchte ich kurz noch unterscheiden zwischen Gefühl und Handlungsweisen. Die Gefühle haben erst einmal ihre Richtigkeit, denn sie wollen uns an etwas erinnern oder uns auf etwas aufmerksam machen, das uns wichtig oder bedeutend ist. Das kann u. a. Eifersucht, Angst, Traurigkeit, Ärger oder Freude sein. Dagegen gibt es Handlungsweisen, die wir mit einem Gefühl versuchen zu erklären, rechtfertigen oder legitimieren. Das wiederum kann bedeuten, dass eine Beziehung unnötig vergiftet wird.

Mit anderen Worten: Wenn ich meinem Partner hinterherspioniere, ihn kontrollieren muss oder sein Handy durchsuche, dann ist das eine Verhaltensweise bzw. Handlungsweise, die kein Gefühl der Welt rechtfertigt. Denn ich kann aus Eifersucht schreien, toben, beschuldigen oder aber auch mit meinem Partner gemeinsam eine Lösung zu finden versuchen.

Alle diese Verhaltensweisen (Kontrollverhalten, die Suche von Beweisen, sich anschreien oder gegenseitig beschuldigen) sind ein Zeichen dafür, dass Sie versuchen, eine Lösung im Alleingang zu finden – Sie unterbrechen Ihre Beziehung damit. Das erlebt der andere Partner oftmals als extrem schmerzlich. Die Beziehung wurde gestört bzw. unterbrochen.

Alleingänge im Umgang mit der Eifersucht zeigen lediglich, dass der Fokus zu sehr auf einen der beiden Partner gelegt wird: meist auf den eifersüchtigen Partner bzw. die eifersüchtige Partnerin, der bzw. die seinerseits bzw. ihrerseits versucht, die Schuldfrage wieder abzuschieben. Aber das ist eine Art der Herangehensweise, die nur deutlich macht, dass da zwei Menschen noch nicht gelernt haben, beziehungsstärkend mit Eifersucht umzugehen. Sie haben noch nicht verstanden, die Eifersucht als „Warnsignal“ dafür zu erkennen, dass die Beziehung gesunden möchte.

Eine liebevolle Paarbeziehung will Wohlgefühle für den Liebsten

So nervig und anstrengend die Eifersucht für alle Beteiligten sein mag, sie schwingt immer auch eine Signalflagge: Sie rückt den Mangel innerhalb einer Beziehung in den Fokus, dass mindestens einer, wenn nicht beide Partner, sich als nicht genügend oder gar wertlos empfinden. Jetzt kann man natürlich sagen: „Das ist doch nicht mein Problem, dass mein Partner sich wertlos fühlt.“

Diese Denkweise pflegen Singles gern. Wenn Sie in einer Paarbeziehung leben und sich einander lieben, wünschen Sie sich natürlich auch, dass es Ihnen beiden gut geht. Wenn es Ihrem Partner mit seiner Eifersucht nicht gut geht, kann es Ihnen mit dieser Tatsache kaum wohl ums Herz sein.

Eine liebevolle Paarbeziehung hat zum Ziel, dass die Beziehung für beide u. a. auch Wohlgefühle erzeugt. Wenn Sie von Ihrem Partner kontrolliert werden und Sie nicht mehr allein weggehen dürfen, wird das natürlich auch keine guten Gefühle in Ihnen auslösen.

Das Gefühl der Eifersucht ist ein wichtiges Warnsignal und kann für eine Beziehung eine echte Bereicherung sein; nur die Handlungsweisen, wie man Eifersucht ausdrückt, können verschieden sein.

Vielleicht helfen Ihnen diese Fragen: Tut mir die Art meiner Handlungsweise (kontrollieren, Verhörfragen stellen oder ein offenes Gespräch mit meinem Partner suchen) gut oder ist sie mir eher unangenehm? Tut mein Handeln meinem Partner gut oder fühlt er sich unter Druck gesetzt, weicht er mir aus oder reagiert genervt?

Gehören Liebe und Eifersucht zusammen?

Wenn Sie bis hierhin aufmerksam gelesen haben, vermuten Sie sicher richtig, wie die Antwort auf die Frage „Gehören Liebe und Eifersucht zusammen?“ lautet: ja.

Denn die Eifersucht als reines Gefühl kann eine Beziehung schützen und sogar stärken.

Wie ein Paar mit der Eifersucht umgeht, also handelt, sowohl der eifersüchtige Partner als auch der nicht-eifersüchtige Partner, muss nicht zwingend immer etwas mit Liebe zu tun haben. Denn Liebe wünscht sich das Wohlergehen des Menschen, den wir lieben.

Es gibt keine krankhafte Eifersucht, sondern nur beziehungsvergiftende oder beziehungsfördernde Verhaltensweisen im Umgang mit der Eifersucht.

Auch stimmt der Ausspruch „Wer wirklich liebt, ist nicht eifersüchtig“ nicht ganz, denn Eifersucht zeigt auch immer an, dass unser Gegenüber und die Beziehung mit ihm uns wichtig und bedeutend sind, sodass wir darauf nicht verzichten möchten. Deshalb müsste es wohl besser lauten: „Wer liebt, darf eifersüchtig sein und handelt trotzdem liebevoll.“

Es ist wichtig, dass beide Partner lernen, als Paar gesund mit der Eifersucht umzugehen und gegenseitig Verständnis für die Situation des Partners zu finden, ohne sich selbst dabei völlig aufzugeben. Wenn Eifersucht, die scheinbar grundlos ist, in eine Paarbeziehung gekommen ist, braucht eine Beziehung eine gesunde Balance aus Freiheit und Verbindlichkeit, Vertrauen und Nähe.

Diese Gratwanderung ist sicher nicht immer so leicht, aber sie ist möglich, wenn beide „Ja“ zur gemeinsamen Beziehung sagen.

Wünschen Sie sich Unterstützung im Umgang mit der Eifersucht und möchten Sie Ihre Beziehung miteinander verbessern, dann vereinbaren Sie einfach einen Termin mit mir. Ich freue mich, Sie kennenzulernen.

Herzlichst, Ihre Ulrike Fuchs
Paarberaterin und Heilpraktikerin für Psychotherapie

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Foto: Christian Kasper Fotograf München, Pixabay
Lektorat: 
Corinna Luerweg Hamburg

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