Ulrike Fuchs

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Narzissmus in Beziehung

Narzissmus: Was genau ist das? Und wie wirkt er in einer Beziehung?

„Wanderer wegen Selfie Stick von Blitz erschlagen“ – hinter dieser Nachricht steckt ein tragischer Unfall, der sich letzten Sommer in Wales ereignete. Trotzdem muss der Leser unwillkürlich schmunzeln, denn es wirkt surreal, dass das moderne Symbol des Narzissmus (der Selfie Stick) nun bereits Todesopfer fordert.

Aber ist Narzissmus wirklich ein Ausdruck unserer Zeit? Narzissmus gibt es nicht erst seit heute, aber durch die heutigen digitalen Möglichkeiten, wie Facebook, Twitter & Co, erhält er mehr Raum.
Was genau ist eigentlich Narzissmus? Was ist gesunde Selbstliebe und was krankhafte Selbstbezogenheit? Und was sollten Sie im Umgang mit Narzissten beachten?

 Narzissmus – übertriebene Selbstbezogenheit

Anfangs beeindrucken Charme, Humor, das stilvolle Verhalten und die Wortgewandtheit des Narzissten. Denn mit diesen Stärken nisten sich Narzissten ganz gekonnt ins Leben ihrer Mitmenschen ein. Ihre Attraktivität zieht einen in den Bann. Doch entpuppt sich der wahre Charakter, können Narzissten wahnsinnig verletzend sein. Sie erniedrigen dann ihr Umfeld, um sich damit selbst zu erhöhen. Sie benötigen die Bewunderung wie das Atmen. Dabei scheuen Narzissten auch nicht davor zurück, Grenzen zu überschreiten und unter der Gürtellinie zu beleidigen.

Zu narzisstischen Charakterzügen zählen unkritische Selbstüberschätzung, Egoismus, übertriebene Selbstverliebtheit, Überheblichkeit, Arroganz, übersteigerte Ansprüche und Erwartungen an ihr Umfeld (die sie selbst nicht erfüllen können) sowie Neid und Missgunst jedem gegenüber, der „besser“ ist als sie selbst.

Narzisstische Persönlichkeitsstörung

Die narzisstische Persönlichkeitsstörung beginnt im Kindes- bzw. Jugendalter. Bereits dort fällt die übersteigerte Ich-Bezogenheit auf, und diese kleinen Persönlichkeiten ecken immer öfter mit ihren Mitmenschen an. Von einer Persönlichkeitsstörung, wenn große Teile der Persönlichkeit im Denken, Fühlen und Handeln eine tiefgreifende Veränderung zeigen.

Für eine narzisstische Persönlichkeitsstörung müssen laut ICD-10 (internationale Klassifikation von Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation) mindestens 5 Merkmale der angeführten Punkte vorhanden sein:

Größengefühl; Phantasien über unbegrenzten Erfolg, Macht, Schönheit oder ideale Liebe; Gefühl von Einmaligkeit; Bedürfnis nach übersteigerter Bewunderung; unbegründete Anspruchshaltung; Ausnutzung von zwischenmenschlichen Beziehungen; Mangel an Empathie (Einfühlungsvermögen); Neidgefühle oder die Überzeugung, beneidet zu werden; arrogantes, hochmütiges Verhalten.
*Quelle: ICD 10 Kapitel V (Huber-Verlag), Seite 253 – Narzisstische Persönlichkeitsstörung

Falls Sie sich nun Gedanken machen, ob Sie eine narzisstische Persönlichkeit haben, kann ich Sie beruhigen, vermutlich nicht, denn Narzissten würden sich niemals diese Frage stellen.

Begriff Narzissmus

Narziss war ein Jüngling, der die Liebe einer Frau verschmähte und daraufhin mit unstillbarer Selbstliebe bestraft wurde, so lautet es in der alt-griechischen Sage.

Der Begriff Narzissmus breitete sich u.a. in der Psychologie, Psychiatrie, Sozialpsychologie, Kulturwissenschaft und im philosophischen Bereich aus. Aber auch im Alltag findet sich der Ausdruck „Narzisst“ wieder. Der Volksmund nennt noch heute Menschen, die übermäßig eitel und in sich selbst verliebt sind, Narzissten. Gemeint sind damit übertriebene Selbstbezogenheit, Selbstbewunderung und auch Egoismus.

„Die Liebe zu sich selbst ist der Beginn einer lebenslangen Romanze.“ Oscar Wilde

Narzissmus kann aber auch ein Schutzmechanismus sein, um „bedrohliche“ Triebe oder unliebsame Gefühle wie beispielsweise Angst abzuwehren. Zudem soll die übertriebene Steigerung des Eigenwertes das Gefühl der Unzulänglichkeit schmälern und die Sicherheit herstellen, am Leben zu bleiben. Denn Wertvolles darf in der Gesellschaft bleiben, darum geht es Narzissten eigentlich – wertvoll sein, um bleiben zu dürfen.

Ob nun Narzissmus krankhaft ist oder ein Schutzmechanismus, die Begegnung mit Narzissten kann so oder so kraftraubend sein, denn immer den richtigen Ton im Umgang mit einem Narzissten zu treffen ist äußerst schwierig. Es braucht daher Nerven wie Stahl, eine gesunde Widerstandskraft und ein bisschen emotionale Unabhängigkeit, um nicht in eine tiefe Krise zu stürzen.

Im Folgenden lesen Sie nun die 10 narzisstische Verhaltensweisen und die 10 dazugehörigen Tipps im Umgang mit Narzissten:

1. „Love Bombing“

Narzissten können gerade in der Kennenlernphase äußerst charmant wirken, sodass viele glauben, sie hätten die Traumfrau oder den Traummann gefunden; dazu sind sie aufmerksam und beteuern ihre Liebe immer wieder. „Love Bombing“ nennt man diese Strategie, und es ist der Versuch, mit Zuneigung und Aufmerksamkeit zu beeinflussen.

Meist sagt uns unser Bauchgefühl, ob die Komplimente ernst gemeint sind oder ob sich in Wirklichkeit gewisse Absichten dahinter verbergen. Auch sollten Sie hellhörig werden, wenn es immer eine Note zu viel ist; beispielsweise teilt er/sie alle Ihre Hobbys und mag jede Musik, die Sie auch mögen. Es wirkt aufgesetzt und übertrieben. Was am Anfang einer Beziehung wildromantisch sein mag, wird bald richtig anstrengend, denn ein Narzisst bucht jene Aufmerksamkeit, die er Ihnen zukommen lässt, auf ein Extrakonto, und natürlich will er mindestens genauso viel davon zurückhaben. Er wird die Aufmerksamkeit zum gegebenen Zeitpunkt einfordern und wenn Sie dann nicht bereit sind, ihm diese Zuwendung zu schenken, kann es schon einmal vorkommen, dass er schmollt, beleidigend wird oder Ihnen Schuldgefühle macht. Narzissten lechzen nach Aufmerksamkeit und im Grunde kann es ihnen nicht genug sein.

Tipp

Zum „Love Bombing“ sei gesagt: Lassen Sie sich nicht blenden! Es ist natürlich, dass man sich gerade am Anfang einer Beziehung etwas mehr Aufmerksamkeit schenkt; vertrauen Sie trotzdem auf Ihr Gefühl, das Ihnen sagen wird, wenn etwas „seltsam“ ist.

2. Feuerwerk und Schwefelgeruch

Eine Beziehung mit einem Narzissten gleicht zu Beginn einem großartigen Feuerwerk, kaum zu glauben, dass es so etwas Tolles noch einmal gibt. Der fade Beigeschmack ist der übel riechende Schwefelgeruch. Da, wo Narzissten unterwegs waren, bleibt in der Regel nur noch verbrannte Erde übrig. Typisch für den Narzissten ist dabei, dass er die Schuld immer bei den anderen sieht. Ihm fehlt die Bereitschaft, für sein Denken, Fühlen und Handeln selbst Verantwortung zu übernehmen.

Die Scheidung? Das lag an seiner Frau. Dass der Kontakt zu den Kindern nicht besteht, das vermeidet seine Exfrau. Der Grund, warum es so viele Beziehungen waren, um nicht Beziehungshopping zu sagen, findet sich bei der Verflossenen. Dass er bei Mama mit Mitte 30 nicht ausziehen kann, liegt daran, dass es Mama so schlecht geht. Und dass der berufliche Erfolg ausbleibt bzw. er mit der Firma Insolvenz anmelden musste, ist natürlich auch nicht seine Schuld. Ein Narzisst sieht sich selbst als Opfer und weist die Schuld seinen Mitmenschen zu.

Tipp

Nehmen Sie die Warnsignale ernst, je früher desto besser. Lautet der O-Ton: „Immer haben mich alle ausgenutzt, aber du bist die erste, bei der alles anders ist!“, sollten bei Ihnen alle Warnglocken läuten. Vermutlich ist die Glut der letzten Beziehung noch warm, während er bereits ein neues Liebesfeuer zündet. Denn Narzissten kommen selten mit sich allein zurecht, da sie die Bewunderung ihrer Mitmenschen benötigen. Lassen Sie selbst etwas Luft an diese Beziehung und fragen Sie sich, ob Sie wirklich so behandelt werden möchten. Wollen Sie wirklich nur ein Trostpflaster und morgen schon vergessen sein?

3. Andere abwerten = Aufwerten!?

Hinter Narzissmus verbirgt sich oft sehr viel Kränkung. Narzissten haben in ihrem Leben oft Verletzung und Zurückweisung erfahren, das schmerzt. Um diesen Schmerz zu umgehen, werten sie ihr Selbst oft auf, indem sie andere Menschen abwerten und sich durch Manipulationstechniken wie Liebesentzug oder Ignoranz über sie erhöhen. Das gibt ihnen das Gefühl, emotional unabhängig zu sein, um nie wieder verletzt zu werden. Dabei vergessen sie aber, dass sie mit diesem Verhalten ihr Umfeld verletzen.

Tipp

Achten Sie auf sich und Ihr Wohlbefinden. Sobald Sie merken, dass Ihnen diese emotionalen Sticheleien wehtun oder Sie von einem Narzissten erniedrigt werden oder er die Auseinandersetzung mit Ihnen scheut, bringen Sie sich erst einmal selbst in Sicherheit. Es ist notwendig, sich selbst zu schützen und sich aus einer krankmachenden Beziehung zu lösen.

4. Kritik! Nein, danke!

Bei einem Narzissten Kritik anbringen zu wollen, gleicht der Idee, sich selbst auf den Scheiterhaufen zu katapultieren. Wer will denn schon freiwillig brennen? Narzissten sind nicht kritikfähig; weder können sie selbst ein konstruktives und wertschätzendes Feedback geben, noch sind sie dazu in der Lage, Kritik zu erhalten. Sie empfinden Kritik als Vernichtung ihrer eigenen Person. Und weil sie, wie bereits erwähnt, die Ablehnung und den damit verbundenen alten Schmerz vermeiden wollen, werden alle „entsorgt“, die Kritik anbringen wollen.

Nun ist es aber in einem gesunden zwischenmenschlichen Miteinander so üblich, sich auszutauschen und auch mal zu streiten. Darüber entsteht auch Beziehung. Narzissten aber meiden das miteinander in Beziehung Gehen und sich Einlassen auf andere Menschen. Ihre Mitmenschen dienen ihnen nur als Spiegelbild und dürfen nur die Sonnenseiten des Narzissten reflektieren.

Tipp

Wenn Sie es dennoch wagen sollten, einen Narzissten zu kritisieren, dann aber bitte sehr gut verpackt. Bevor Sie ihm Ihre Meinung sagen, sollte er gut genährt sein – mit anderen Worten sollten Sie ihn vorher mit sehr viel Lob füttern. Hier gilt: umso mehr, desto besser. Ihre darauf folgende Kritik sollte hingegen in kleinen Häppchen wohl dosiert sein.

Falls der Narzisst auf Ihre Kritik dennoch gekränkt und mit Schuldzuweisung reagieren sollte, hilft nur eines: Es nicht persönlich nehmen. Je größer die Selbstzweifel eines Narzissten sind, desto mehr wird er Sie runterputzen wollen. Dieses Verhalten verletzt oft, doch sollten Sie nicht vergessen, dass es seine Minderwertigkeitsgefühle sind, die ihn schreien und toben lassen.

5. Manipulation und Liebesentzug

Machtspielchen, verbale Sticheleien und clevere Manipulationstechniken wie Liebesentzug oder Ignoranz gehören zum Beziehungsalltag von Narzissten. Dabei spielt er mit menschlichen Grundbedürfnissen wie dem Bedürfnis nach Anerkennung und Wertschätzung. Wir alle brauchen die Zuwendung unserer Mitmenschen. Narzissten nutzen dieses Bedürfnis aus, indem sie ihren Mitmenschen die Zuwendung entziehen (durch Liebesentzug, eisernes Schweigen, aber auch verbale Gemeinheiten). Je mehr soziale und emotionale Zuwendung entzogen wird, umso mehr bittet der Mensch um Beachtung. Als entzöge man einem Durstigen das Wasser, wird es um jeden Tropfen fehlen.

Menschen, die mit der Sehnsucht anderer spielen und in einer Beziehung Macht ausüben müssen, haben oft vor genau dem Angst, was sie den Menschen antun, die sie lieben – vor der Ablehnung, und den damit einhergehenden unliebsamen Gefühlen von Hilflosigkeit und Ohnmacht. Macht und Dominanz erzeugt ein Scheingefühl von „es in der Hand haben“.

Tipp

Achten Sie darauf, dass Sie sich nicht zu sehr von Freunden und Familie isolieren bzw. abschotten lassen. Lassen Sie sich nicht beirren, wenn Narzissten versuchen einen Keil zwischen Sie und die Menschen, die Ihnen wichtig sind, zu treiben. Für Narzissten ist es Teil der Isolationsstrategie, denn je weniger soziale Ansprache Sie haben, desto mehr sind Sie auf die Aufmerksamkeit des Narzissten angewiesen und spielen seine Spielchen mit. Bleiben Sie sich stattdessen treu, pflegen Sie Ihre Kontakte und suchen Sie sich Verbündete.

6. Machtspielchen und Verunsicherung

Ein ebenfalls typisches Verhalten von Narzissten ist die Versicherung ihres Umfeldes. Das kann durch ein sehr widersprüchliches Verhalten geschehen, zum Beispiel indem Narzissten sagen, sie wünschten sich ein Date, aber nehmen sich dafür keine Zeit, obwohl sie beteuern, wie wichtig ein Treffen mit Ihnen ist. Oder umgekehrt, treffen Sie sich mit einem Narzissten, der sich aber die ganze Zeit per WhatsApp mit anderen Leuten unterhält.

Verunsichern können Narzissten auch verbal, beispielsweise durch Lügen. Narzissten schaffen es durch die Verunsicherung ihrer Mitmenschen und durch die kleinen, manchmal fiesen Machtspielchen, dass diese am Ende ihrer eigenen Wahrnehmung nicht mehr trauen können. Das kann sogar solche absurden Ausmaße annehmen, dass plötzlich Kratzer auf dem Autolack zu finden sind, Geld einfach verschwindet oder die Übelkeit nach dem von Ihnen zubereiteten Essen unermesslich hoch ist. Die Kreativität von Narzissten kann beeindruckend sein.

Tipp

Besonders zuletzt angeführte Beispiele können äußerst zermürbend sein. Bleiben Sie im Umgang mit Narzissten immer wach für Ihr eigenes Wohlbefinden. Wenn Sie merken, dass Ihnen ein Narzisst nicht gut tut und Sie unter seinem Verhalten und seinen Machtspielchen leiden, ziehen Sie die Reißleine – je schneller, desto besser. Meist ist es aber in diesem Stadium bereits zu spät dafür, einfach zu gehen, denn hier stecken Sie in der Regel emotional schon zu tief drinnen. Es empfiehlt sich daher, auch externe Unterstützung zu suchen, das geht in Form einer Selbsthilfe-Gruppe oder auch mit Hilfe einer Psychotherapie. Es ist wichtig, dass Sie den Glauben an sich selbst (wieder-) finden und ein stabiles Selbstbewusstsein entwickeln.

7. Szenen machen bei jeder kleinsten Verfehlung

Narzissten sind Meister der Inszenierung. Gründe, um Ihnen eine Szene zu machen, die sich gewaschen hat, gibt es viele. Sie haben zugenommen? Sind heute mal etwas lockerer gekleidet? Oder standen im Stau und sind ausnahmsweise 10 Minuten später dran? Wunderbar, das ist gefundenes Fressen für Narzissten, um Sie herunterzuputzen. Gerne auch vor Publikum, also so, dass auch vorbeilaufende Passanten etwas davon haben, denn dann haben Narzissten noch wesentlich mehr Vergnügen. Natürlich wird Ihnen dieses Verhalten an die Nieren gehen – soll es auch. Denn Ihr Selbstwertgefühl soll ja kleiner sein als das von Ihrem narzisstischen Begleiter. Sich über Sie lustig zu machen oder Sie in aller Öffentlichkeit zu beleidigen, gibt Narzissten ein kurzfristiges Hochgefühl.

Tipp

Da Narzissten mit Kritik nicht umgehen können, wird es schwierig, ihnen an dieser Stelle kontra zu geben. Die Devise heißt mitspielen und Klappe halten oder gehen. Ja, in solchen Situationen dürfen Sie getrost auch einfach mal gehen. Dann aber sollte Ihnen auch bewusst sein, dass sich die Fronten zwischen ihnen verhärten werden. Aber mal ehrlich, wollen Sie sich zukünftig bei jeder scheinbaren Verfehlung niedermachen lassen? Oder wäre es nicht besser, Platz zu machen für jemanden, der liebevoll mit Ihnen umgeht und Ihre Anwesenheit zu schätzen weiß?

8. Schuldgefühle und Vorwürfe

In narzisstischen Beziehungen ergänzen sich die Partner häufig einander. Das heißt, Narzissten suchen sich oftmals Menschen, die ihnen unterlegen sind und ihre Schuldzuweisungen sowie Vorwürfe annehmen. Mit einem selbstbewussten Partner hätten Narzissten zu viel Stress, denn bei diesem müssten sie befürchten, dass ihre Fassade bald auffliegt und ihr Imponiergehabe nicht auf fruchtbaren Boden fällt.

Daher suchen sich Narzissten immer einen Partner, der dieser Bewunderungspflicht nachkommt, unkritisch ist und die Schuld gerne auf sich nimmt. Schließlich muss ja einer schuld sein, sind sich Narzissten sicher – nur eben immer die anderen. Schuldgefühle erzeugen Narzissten besonders gerne und selbstbewusste Menschen würden diese Vorwürfe nicht länger ertragen bzw. sich bald dagegen wehren. Trotzdem sei erwähnt, dass auch selbstbewusste Menschen an Narzissten geraten, denn es steht niemandem auf die Stirn geschrieben „Ach übrigens, ich bin ein Narzisst!“.

Tipp

Machen Sie sich keine Vorwürfe, Sie hätten es früher wissen oder erkennen müssen, denn sich allein die Schuld zu geben für eine Beziehung mit einem Narzissten, wäre verkehrt. Wie schon erwähnt, können Narzissten, gerade in der Kennenlernphase, äußerst charmant sein. Dass Narzissten oft nicht beziehungsfähig sind, liegt nicht an ihrem Partner bzw. Mitmenschen.

9. Veränderung bleibt aus

Narzissten sind wie sie sind, und alle Versprechungen, sich zu ändern, schlagen fehl, denn der Narzissmus ist ein Teil ihrer Persönlichkeit. Es kann durchaus sein, dass sich bei Narzissten im Laufe des Lebens der Leidensdruck erhöht und sie daher etwas ändern wollen; aber wenn überhaupt, müssen sie es selbst wollen und dann braucht diese Veränderung Zeit.

Tipp

Machen Sie sich selbst Gedanken, ob und unter welchen Voraussetzungen Sie mit einem Narzissten zusammen sein möchten. Sorgen Sie erst einmal dafür, dass es Ihnen gut geht und dann entscheiden Sie neu, ob Sie das narzisstische Verhalten Ihres Partners ertragen können und wollen.

10. Opferrolle

Und wenn alle Manipulationen und Schuldzuweisungen nichts helfen, dann bedienen sich Narzissten mit einer Taktik, die garantiert funktioniert. Narzissten sind Meister im Verdrehen von Tatsachen, denn plötzlich sind sie selbst das arme Opfer. Somit erhalten sie die Zuwendung ihrer Mitmenschen durch deren Mitgefühl. Aber auch hier reißt den Mitfühlenden irgendwann der Geduldsfaden.

Tipp

Zählen Sie auf Fakten und achten Sie darauf, dass Tatsachen wieder richtig gestellt werden. Ignorieren Sie die Strategie „Opferrolle“. Das klingt kalt und rücksichtslos? Ist es in diesem Falle nicht, denn es ist hier nicht die Rede von echtem Mitgefühl für Menschen, denen es schlecht geht, vielmehr geht es darum, wie Sie sich gegen das Verdrehen von Tatsachen wehren können. Und in diesem Fall ist es rücksichtslos, dass Ihr Gegenüber mit Ihrem Mitgefühl spielt, um Aufmerksamkeit zu erhalten.

Stellen Sie also ruhig und sachlich die Fakten erneut dar, um die Verantwortung bei den Verantwortlichen zu lassen.

„Ergib dich nicht der Stimmung dessen, der dich beleidigt, und folge nicht dem Weg, auf den er dich verführen möchte.“ Seneca

Zusammengefasste Tipps

  • Lassen Sie sich nicht blenden.
  • Bleiben Sie emotional unabhängig.
  • Stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein und Ihre Selbstsicherheit.
  • Nehmen Sie das narzisstische Verhalten nicht persönlich.
  • Machen Sie sich keine Vorwürfe, Narzissten sind beziehungsunfähig.
  • Nehmen Sie die Warnsignale ernst und reflektieren Sie die Situation.
  • Achten Sie auf sich und Ihr Wohlbefinden.
  • Schützen Sie sich vor emotionalem Missbrauch.
  • Zählen Sie auf Fakten und ignorieren Sie die Strategie „Opferrolle“.
  • Sprechen Sie mit anderen Menschen über Ihre Erfahrungen.
  • Lernen Sie, Nein zu sagen, und zeigen Sie klar und deutlich Ihre Grenzen.
  • Nehmen Sie sich die Zeit und den Raum, die/den Sie brauchen, um sich wieder auf sich selbst besinnen zu können.
  • Finden Sie Ihre Lebensfreude (wieder).
  • Nehmen Sie professionelle Unterstützung in Anspruch.

Herzlichst, Ihre Ulrike Fuchs
Paarberaterin und Heilpraktikerin für Psychotherapie

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Foto: Christian Kasper Fotograf München
Lektorat: Friederike Klingholz Münch
en
Grafik: Ulrike Fuchs München

Auch wenn manche Formulierungen den Anschein erwecken könnten, ist der Inhalt nicht geschlechtsspezifisch und beide Geschlechter können vom Krankheitsbild betroffen sein.

Kommentare (48)

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Liebe Frau Fuchs,
ganz herzlichen Dank für Ihren obigen Artikel, der für mich gerade zur rechten Zeit kommt und äussert hilfreich ist.
Ich bin mit einem Narzissten (Vater) groß geworden, der alle die von Ihnen geschilderten Charaktermerkmale und
H...

Liebe Frau Fuchs,
ganz herzlichen Dank für Ihren obigen Artikel, der für mich gerade zur rechten Zeit kommt und äussert hilfreich ist.
Ich bin mit einem Narzissten (Vater) groß geworden, der alle die von Ihnen geschilderten Charaktermerkmale und
Handlungsweisen aufwies. Jetzt - im Alter von 75 Jahren - bin ich plötzlich wieder mit diesem Thema im Bekanntenkreis
konfrontiert und profitiere von den verarbeiteten Erfahrungen mit meinem Vater und ihrem Artikel.
Ich möchte allen Betroffen ausdrücklich raten, sich Ihrer Analyse und Umgangstipps von ganzem Herzen anzunehmen.
Alles Gute für Sie und Ihre Klientel, Ingrid Liedtke

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Hallo Ingrid LIEDTKE,
auch wenn nicht alle Erfahrungen im Leben immer schön sind, haben sie doch ihren Sinn oder Nutzen. Manchmal wird einem das erst viele Jahre später bewusst, trotzdem sind diese Erfahrungen dann hilfreich, so wie Sie es auch...

Hallo Ingrid LIEDTKE,
auch wenn nicht alle Erfahrungen im Leben immer schön sind, haben sie doch ihren Sinn oder Nutzen. Manchmal wird einem das erst viele Jahre später bewusst, trotzdem sind diese Erfahrungen dann hilfreich, so wie Sie es auch schreiben.
Herzliche Grüße, Ulrike Fuchs

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Hallo zusammen,
danke für Ihren ausführlichen Artikel den Sie geschrieben haben.
Habe ein Kollegen in meinem Umfeld der an Narzissmus leidet.
Habe ein ganzes Jahr studiert warum er solche Handlungen vollzieht, wo einem gesunden Menschenverstand...

Hallo zusammen,
danke für Ihren ausführlichen Artikel den Sie geschrieben haben.
Habe ein Kollegen in meinem Umfeld der an Narzissmus leidet.
Habe ein ganzes Jahr studiert warum er solche Handlungen vollzieht, wo einem gesunden Menschenverstand wieder spricht.
Als Hobby Psychologe habe ich dies raus gefunden dass er unter Narzissmus leidet.
Derjenige ist mit Ihren Artikel Deckungsgleich.
Seine Frau tut mir sehr leid was sie alles erdulden muss.
Da er mit dieser Thai Frau kaum kommunizieren kann macht dies nicht einfacher.
Ich von meiner Seite habe ich Ihn dem Schicksal überlassen.
Hab die Beziehung abgebrochen. Der hat meine Nerven zu arg strapaziert.

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Hallo OTTO ULLMANN,

so unschön das ist, ja, manchmal muss man den Kontakt zu einem liebgewonnenen Menschen abbrechen, wenn er einem auf Dauer nicht gut tut.

Viele Grüße, Ulrike Fuchs

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Mein Partner hat mich immer wieder verbal erniedrigt. Als letztes müsste ich meine Sachen abholen und den Schlüssel abgeben ( wir wohnen nicht zusammen). Er sieht es aber nicht als Rausschmiss oder als endgültige Trennung. Er will bestimmen, ...

Mein Partner hat mich immer wieder verbal erniedrigt. Als letztes müsste ich meine Sachen abholen und den Schlüssel abgeben ( wir wohnen nicht zusammen). Er sieht es aber nicht als Rausschmiss oder als endgültige Trennung. Er will bestimmen, was ich anziehe, esse, lese und mit wem ich mich treffe. Ist es an einem Tag, an dem wir uns eigentlich sehen, wird er sauer. Er braucht viel Bewefung und kann es nicht akzeptieren, dass ich am Wochenende auch mal Pause brauche. Immer wieder kommen Vorwürfe im "Staccato- Stil". Bei Schwierigkeiten,bzw wenn ich ihm sein Verhalten vorhalte heißt es dann plötzlich, das bilde ich mir ein oder daran kann er sich nicht erinnern, so etwas gesagt zu haben. Er hat mir in Steuersachen und Erledigungen mit meinem Exmann geholfen. Das muss ich mir jetzt immer wieder anhören, dass er doch so viel macht. Als ich jetzt krank war, hatte er keine Zeit, mich zu besuchen , sondern wollte, dass ich zu ihm komme. Am Anfang dachte ich, ich bin angekommen....

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Hallo Katja, das tut mir sehr leid.
Viele Grüße, Ulrike Fuchs

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