Immer dann, wenn wir eigene Ideen, Ziele und Impulse entwickeln, die nicht wahrgenommen oder, wenn wahrgenommen, nicht umgesetzt werden, kann es zur Krise kommen. Das bedeutet nicht, dass Menschen, die Krisen gut meistern, Nerven wie Stahlseile haben oder dass ihnen niemals Unheil geschieht. Nein, vielmehr besitzen sie Charaktereigenschaften, die es ihnen ermöglichen, schneller und leichter mit Krisen umzugehen. Was können wir also von diesen Menschen lernen? Wie können wir Krisen besser meistern? 7 Fakten zur Resilienz helfen dabei.

Resilienz, seelische Widerstandskraft

1. Fakt: Veränderung akzeptieren

Leben bedeutet Veränderung, aber was uns gefällt, wollen wir nur ungern verändern. Wozu auch? Trotzdem gibt es im Leben Veränderungen, auf die wir keinen oder wenig Einfluss haben wie beispielsweise Naturkatastrophen oder den Tod eines nahestehenden Menschen.

Eine Lösung gibt es in vielen Situationen, aber manchmal sind wir einfach nur machtlos. Wie beispielsweise bei Krankheit – kein Mensch sucht sich eine schwere Krankheit bewusst aus. Die Angehörige sind ebenfalls von so einer Krise betroffen, auch wenn sie nicht selbst krank sind. Wie soll man so etwas akzeptieren können? Das klingt eher nach „leicht daher geredet“.

Aus der Resilienzforschung weiß man heute, dass Menschen, die ihr Schicksal annehmen können, sich im Umgang mit diesem leichter tun. Das Akzeptieren scheint dabei zu helfen, die Krise besser zu meistern. Es geht darum, den Widerstand gegen die Veränderung aufzugeben und damit neue Kräfte freizusetzen, um die Situation zu bewältigen. Damit bleibt wieder mehr Energie, mit der wir wieder handlungsfähig werden können. Das ist in der Krise besonders wichtig – handlungsfähig zu bleiben bzw. wieder zu werden.

„Das merkwürdige Paradoxon ist, dass ich mich verändern kann, wenn ich mich so akzeptiere, wie ich bin.“ Carl Rogers

2. Fakt: Wissen, was uns ausmacht

Wer weiß, wer er ist und welche Charaktereigenschaften, Stärken und Schwächen er besitzt, ist sich seiner selbst bewusst. Ein gesundes Selbstbewusstsein ist im Umgang mit schwierigen Situationen wichtig. Denn in der Krise ist eines gewiss: Wir greifen auf das zurück, was uns als Ressource zur Verfügung steht. Wer sich selbst also gut kennt und seiner Qualitäten bewusst ist, wird schneller wieder aus der Ohnmacht kommen und ins Handeln hinein. Damit meine ich nicht blinde Betriebsamkeit, sondern die systematische Bewältigung der Krise.

Zu einem gesunden Selbstbewusstsein gehört es übrigens auch, sich Fehler zu erlauben und dazu zu stehen. Das Echtsein ist ein wesentlicher Bestandteil eines starken seelischen Immunsystem.

„Lass dir von niemanden einreden,
dass du etwas nicht kannst.“ aus „Das Streben nach Glück“

3. Fakt: Selbst Entscheidungen treffen und dazu stehen

Wer das Beste aus dem macht, was er mitbekommen hat, Entscheidungen trifft und sie in aller Konsequenz trägt, übernimmt Verantwortung. Eine der größten Aufgaben ist es, für das eigene Denken, Fühlen und Handeln Verantwortung zu übernehmen. Hier geben wir anderen Menschen nicht die Schuld, sondern wir tragen unseren eigenen Beitrag, unser Umfeld positiv mitzugestalten. Dieses Mitwirken, so ergab die Glücksforschung, trägt dazu bei, dass wir uns wohl und glücklich fühlen.

Verantwortung für das eigene Denken, Fühlen und Handeln ist sehr wichtig im Umgang mit Krisen. Es stärkt zeitgleich wiederum unser Selbstwertgefühl. Es zählen dabei weniger die Umstände, sondern vielmehr, wie wir damit umgehen, was wir darüber denken, wie wir uns damit fühlen und wie wir letztlich auf die Situation reagieren.

„Wo es Verantwortung gibt, gibt es keine Schuld.“ Albert Camus

4. Fakt: Gesunder Optimismus

Ein gesunder Optimismus hat nichts mit „positiv denken“ oder „rosaroter Brille“ zu tun, sondern mit einer realistischen Einschätzung der Situation sowie der Bereitschaft, das Beste aus ihr zu machen.

Leiden gehört zum Leben dazu. Eine Krise still auszuhalten hat wenig mit gesundem Optimismus zu tun, sondern eher mit Konfliktvermeidung. Gesunder Optimismus bedeutet also nicht, etwas auszuhalten oder die Welt schmerzfrei zu gestalten, sondern handlungsfähig zu bleiben und Probleme konstruktiv zu lösen.

5. Fakt: Rückhalt von Familie, Freunden und Kollegen

Der Austausch mit anderen Menschen ist für Menschen lebenswichtig. Menschen, die uns bereichern und uns stärken, steigern unser Wohlbefinden. Wir fühlen uns ermutigt und kräftig, um Neues auszuprobieren. Mit anderen Worten: Ein starker sozialer Rückhalt von Menschen, die uns etwas bedeuten, lässt uns mutiger werden. Das ist besonders wichtig, wenn wir in der Krise stecken und aus diesem Loch wieder heraus wollen.

Allerdings sollte man diese Beziehungen knüpfen und pflegen, bevor man sie braucht. Artisten spannen das Netz, bevor sie es benötigen. Dasselbe gilt für ein soziales Netz. Rückhalt erfahren wir dort, wo wir vorher eine gewisse Netzwerk-Pflege betrieben und uns persönlich engagiert haben.

Die Frage lautet also: Wie können wir uns gegenseitig bereichern und unterstützen?

„Das größte Kommunikationsproblem ist, dass wir nicht zuhören, um zu verstehen. Wir hören zu, um zu antworten.“ Unbekannt

6. Fakt: realistische Gedanken über die Zukunft

Der Film „Zurück in die Zukunft“ hat wohl viele Menschen davon träumen lassen, wie es wohl wäre, solche Zeitreisen zu machen. Lottospieler würde die richtigen Zahlen tippen … Beziehungsprobleme könnte man bereits vorher lösen oder gar nicht erst entstehen lassen … Umweltkatastrophen könnte man weiträumig umgehen …

Gedanklich begeben wir uns täglich auf solche oder ähnliche Zeitreisen. Wir versuchen damit, im Vorfeld größere Schwierigkeiten zu vermeiden, beispielsweise wenn wir für eine Prüfung lernen.

Um Krisen besser zu meistern, brauchen wir eine möglichst realistische Einschätzung, was uns zukünftig erwarten könnte und wie wir am besten darauf reagieren können. Für eine realistische Einschätzung der Zukunft benötigen wir eine ehrliche Selbsteinschätzung. Was ist machbar mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen? Was nicht? Was können wir schaffen? Und was fehlt uns vielleicht zur Erreichung eines Zieles?

„Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.“ Antoine de Saint-Exupéry

7. Fakt: Lösungsorientiertes Denken und Handeln

Probleme gehören zum Leben. Täglich begegnen wir ihnen, ob nun beruflich oder privat. Manche nennen die Hürden des Alltags „Herausforderung“, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass sie bewältigt werden müssen.

Wer mit Krisen gut umgehen möchte, benötigt auch ein Problemlösedenken mit dieser Frage: „Was brauche ich, damit ich das Problem lösen kann?“ Diese Art zu denken und auch danach zu handeln, nennt man lösungsorientiert. Hier geht es nicht darum, in blinden Aktionismus zu verfallen, sondern innerlich klar und handlungsfähig zu bleiben.

Lösungen lauern überall – beginnen Sie mit dem, was möglich ist!

„Ein Problem ist halb gelöst, wenn es klar formuliert ist.“ John Dewey

Möchten Sie mit Krisen besser umgehen und einen Termin vereinbaren, dann nehmen Sie gern Kontakt mit mir auf. Ich freue mich auf Sie.

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Foto: Christian Kasper Fotograf München, Pixabay
Lektorat: 
Corinna Luerweg Hamburg

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