Fremdgehen ist für viele der schlimmste Vertrauensbruch in einer Beziehung. Schließlich wünschen wir uns alle Treue von unserem Partner bzw. unserer Partnerin. Und nicht nur sexuelle, sondern besonders emotionale Treue in Form von Loyalität und Verlässlichkeit, sind in einer Beziehung wichtig.

Trotzdem ist Untreue keine Ausnahme. Jeder zweite Deutsche geht im Laufe seines Lebens mindestens einmal fremd, und zwar Männer wie Frauen gleichermaßen. Dennoch unterscheidet sich der Grund des Seitensprungs bei den Geschlechtern. Während Frauen oftmals emotional fremdgehen, sich also verlieben, haben Männer andere Gründe, meist körperliche, warum sie fremdgehen. In diesem Artikel soll es ausschließlich darum gehen, warum Männer untreu werden.

Gründe für Untreue

1. Sexuell frustriert und Langeweile

Seien wir ehrlich, Langeweile ist kein besonders angenehmes Gefühl. In der Langeweile bekommen wir dafür aber ganz viele spannende Ideen, die uns die Langeweile vertreiben können. Das kann man bereits bei kleinen sich langweilenden Kindern beobachten, wenn sie tolle und kreative Gedanken entwickeln, um die vermeintliche Leere zu füllen.

Nicht anders ist es bei uns Erwachsenen. Wir versuchen, der Langeweile zu entkommen, indem wir etwas Neues und Aufregendes suchen. Etwas, das uns fordert und fördert. Wenn nun aber nicht nur Langeweile herrscht, sondern auch sexuelle Frustration dazu kommt, wird die Treue für manche Männer zur Herausforderung.

Sexualität verändert sich ein Leben lang. Und natürlich ist es schön und stärkend, wenn man als Paar gemeinsam die Sexualität weiter und immer wieder neu entdeckt. Hier lautet die Botschaft: „Raus aus der Routine und wieder gemeinsam auf Entdeckungsreise gehen.“ Beide müssen dazu offen und bereit sein, sich über ihre Sexualität auszutauschen. In der Paartherapie bzw. Ehetherapie erlebe ich häufig, wie selten Paare über die eigene Sexualität sprechen. Wer sich aber nicht über die unterschiedlichen Vorlieben und Wünsche austauscht, kann nicht wissen, was den anderen und auch sich selbst anmacht – so entstehen Frustration und Enttäuschung über fehlende bzw. wenig erfüllende Sexualität.

2. Begehrt werden wollen

Frauen brauchen das Gefühl, geliebt zu werden, um für Sex offen zu sein. Und Männer brauchen Sex, um sich geliebt zu fühlen. Für viele Männer ist der Sex das, was emotionale Zuneigung und Liebe für Frauen ist. Letztlich ist Sexualität nichts anderes als Kommunikation mit allen Sinnen.

Für viele Männer ist Sex gleichbedeutend mit dem Gefühl, begehrt zu werden – und das genießen sie. Ganz ehrlich? Frauen mögen das auch. Schließlich bekommen wir mit dem Gefühl, begehrt zu werden, auch immer einen Wert zugesprochen – wir fühlen uns geliebt, geschätzt und bedeutend.

In Studien fand man heraus, dass es Männern nicht ausschließlich um das körperliche Begehrtwerden geht, sondern sie wollen auch emotional für ihre Partnerin attraktiv sein. Das bedeutet: Gibt es in der Beziehung mehr Probleme, schwindet die Lust im Bett – auch beim Mann.

3. Die gute Gelegenheit

Ja, manchmal ergibt sich die Gelegenheit für Sex. Machen wir uns aber nichts vor: Wenn ein Mann wirklich glücklich und zufrieden in seiner Beziehung ist, hat er keinen Blick für andere Frauen übrig. Wenn also plötzlich die Gelegenheit da ist, wo doch der Mann vorher nur die Eine gesehen hat, ist dies ein ernst zu nehmendes Zeichen, dass innerhalb der Beziehung etwas fehlt und dringend etwas für die Beziehung getan werden muss.

„Es ist so passiert!“, versuchen sich Männer, oft herauszureden. Auch, dass sie zu viel getrunken hätten, dient als Ausrede. Aber das sind und bleiben Ausreden, denn wer jede sich bietende Situation nutzt, hatte vorher bereits den Gedanken an einen Seitensprung oder geheime Wünsche unterdrückt.

4. In der Beziehung fehlt etwas, nur was?

Die wenigsten Männer denken über eine Trennung von der eigenen Partnerin nach, auch wenn sie fremdgehen. Das mag auf den ersten Blick merkwürdig wirken, aber viele Männer mögen das gemachte Nest. Trotzdem kann es vorkommen, dass ihnen innerhalb ihrer Beziehung etwas fehlt. Nicht selten geht es um Akzeptanz, Wertschätzung und Respekt, die sie dann von einer anderen Frau erfahren und sich deshalb zu ihr hingezogen fühlen.

Ja, auch bei Männern geht es nicht nur und ausschließlich um Sex. Und gerade die Seitensprünge, die auch emotionaler Natur sind, wiegen oft schwerer. Denn nicht, weil jemand fremdgeht, ist die Beziehung gescheitert, sondern weil die Beziehung scheitert, geht jemand fremd. Eine Affäre macht damit deutlich, wo ein Paar steht. Zeitgleich ist ein Seitensprung aber auch immer eine Chance, Inventur zu machen und als Paar etwas für die Beziehung zu tun.

Besonders Paare, die längere Zeit zusammen sind, müssen für die Beziehung arbeiten. Auch wenn es bequem ist, in Jogginghose vorm Fernsehen abzuhängen; ein bisschen kommt da die Leidenschaft zu kurz. Eine gute Partnerschaft pendelt irgendwo zwischen Vertrautheit und dem Knistern des Neuen. Sie merken schon: Die Kunst besteht nicht darin, die Vertrautheit am Leben zu erhalten, sondern wieder etwas Leidenschaft in die Beziehung zu bringen.

5. Flucht vor Beziehungsstress

„Schatz, wir müssen reden“, ist wohl für die meisten Männer der Albtraum-Satz schlechthin. Am Beziehungshimmel ziehen dunkle Wolken auf und in der Luft liegt die Schwüle von „Beziehungsproblem“. Wenn ein Mann die Erfahrung gemacht hat, dass Beziehungsgespräche in Streit ausarten oder einfach nur schrecklich unangenehme Gefühle hinterlassen, wird er diese Art von Gesprächen meiden.

Aber ähnlich wie Männer, die die Flucht ergreifen, wenn es um Beziehungsprobleme geht, und denen sie sich nicht gewachsen fühlen, machen Frauen zeitgleich Stress und Druck mit solchen Satzanfängen: „Du musst …“. Achten Sie einmal drauf: „Du musst mit mir reden …“, oder „Du musst mir zuhören …“, oder alternativ auch: „Wir müssen reden …“

Da möchte Mann einfach nur Reißaus nehmen und sich in eine Nestwärme verkriechen, die Ruhe und Harmonie verspricht. Ehrlich, liebe Frauen, klärende Gespräche sind wichtig! Und bitte dann, wenn beide bereit dazu sind und ohne Druck …

6. Der Wunsch nach weniger Verpflichtung

Apropos Druck: Ein wesentlicher Grund, warum Männer fremdgehen, sind überzogene Erwartungen und Verpflichtungen, die an sie herangetragen werden – an ihn als Partner, an die Beziehung und die Männer an sich selbst.

Es beginnt damit, dass wir dem Hollywood-Klischee aufsitzen, dass eine Hochzeit das „Happy End“ sei – und nach der Heirat gibt es nie wieder Probleme. Die verheirateten Leserinnen und Leser werden nun den Kopf schütteln, zu Recht! Partnerschaft bedeutet nicht, dass wir abends nach einem stressigen Arbeitstag bei Kerzenschein und Geigenmusik ein Dinner genießen. Auch bedeutet sie nicht, dass er immer Sex haben kann und will. Und nicht jeder Mensch ist zu jeder Zeit bestens gut gelaunt und schön gestylt.

Ganz im Gegenteil, die Erwartungen und Verpflichtungen, die die Partner sich gegenseitig auferlegen, z. B. solche, wie der andere zu sein hat, erzeugen eine Menge Druck. Für manche Männer ist es dann die einzige Chance, diesem für einen Moment zu entkommen, in dem sie Zeit mit einer Frau ohne Erwartungsdruck verbringen. Und siehe da: Wenn der Leistungsdruck wegfällt, klappt‘s auch mit dem Liebemachen.

Wann haben Sie Ihren letzten gemeinsamen Abend verbracht, an dem Sie beide frei von Erwartungen, frei von Verpflichtungen und frei von jedem Muss waren? Es wird Zeit, solche Abende wieder öfter in Ihre Beziehung zu bringen.

7. Fehlende Eigenverantwortung

„Mach mich glücklich.“ Dieser Satz ist nicht nur eine Grundannahme, die eine Beziehung belasten kann. In dem Moment, wo man die Verantwortung für das eigene Glück abgibt und dem anderen komplett überlässt, dass dieser uns glücklich zu machen habe, ist das Dilemma vorprogrammiert. Jeder leistet seinen eigenen Betrag dazu, wie erfüllend die Beziehung, der Sex und das gemeinsame Glück sind. Und natürlich beginnt jeder auch erst einmal bei sich selbst.

Wenn einer von beiden (manchmal auch beide gleichzeitig), die Verantwortung auf den anderen überträgt, sowohl unausgesprochen als auch ausgesprochen („Du musst für mich sorgen …“, oder „Du musst für mich da sein und mich glücklich machen …“), spürt der andere, dass er diese Erwartungshaltung gar nicht erfüllen kann. Er gerät unter Druck und trägt etwas, das ihm gar nicht gehört: die Verantwortung des Anderen. Ein Seitensprung kann sich dann wie ein Ausbruch aus einem Gefängnis anfühlen. Der Mann schüttelt die ungerechtfertigte Verantwortung ab und fühlt sich wieder freier.

Fazit

Seitensprünge zeigen oft nur den Hunger nach Nähe und Beziehung. Auch wenn die Affäre zutiefst am Vertrauen rüttelt, kann sie für eine Partnerschaft immer auch eine Chance bieten, die Beziehung auf eine neue, bessere Ebene zu bringen. Der Seitensprung macht sichtbar, was der Beziehung im Grunde fehlt. Mit diesem Bewusstsein kann man sich als Paar gemeinsam auf die Suche begeben, was besser laufen darf und zukünftig besser ausbleiben sollte.

Falls Sie Unterstützung brauchen, weil Ihre Beziehung nicht gut läuft oder Sie eine Affäre belastet und Sie einen Termin vereinbaren möchten, schreiben Sie mir einfach eine E-Mail. Ich freue mich, Sie kennenzulernen.

Herzlichst, Ihre Ulrike Fuchs
Paarberaterin und Heilpraktikerin für Psychotherapie

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Foto: Christian Kasper Fotograf München
Lektorat: 
Corinna Luerweg Hamburg

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