Was den einen nervt, findet ein anderer super – Weihnachtsstimmung herrscht überall. Es glitzern die Kaufhäuser, aus der Küche duftet frischer Plätzchengeruch und „Last Christmas“ dudelt heute zum 10. Mal im Radio. Was wäre Weihnachten ohne Rituale und ohne jenen liebevollen „Kitsch“?

Was aber macht Weihnachten mit uns? Wie verändern wir uns durch Weihnachten?

Weihnachten, Advent, Stress, Romantik

1. Back to Basic

Besonders in der Vorweihnachtszeit haben wir viele Eindrücke, die wir im Alltag des restlichen Jahres so nicht erleben. Seien es die Weihnachtsdekoration oder die vielen Menschen in der Fußgängerzone, weil wir selbst shoppen gehen, obwohl wir sonst die Einkaufszentren meiden. Wer diese verschiedenen Sinneseindrücke als Zusatz zu seinem Alltag erlebt, empfindet Stress.

Es kann aber auch sehr entspannend sein, sich auf Kleinigkeiten zu konzentrieren – und die Weihnachtsstimmung für eine kleine Achtsamkeitsübung zu nutzen. Warum also nicht mal wieder die kleinen Dinge bewusst wahrnehmen, die man sonst gern übersieht? Dazu braucht es zwar etwas Zeit, die sich aber einzusetzen lohnt.

2. Gegenseitig Zeit schenken

Wer Kleinigkeiten wahrnimmt und sich dafür Zeit nimmt, versteht den Sinn von Weihnachten – sich füreinander Zeit nehmen. Zeit ist ein kostbares Geschenk, wenn nicht das kostbarste Geschenk überhaupt. Wir nehmen uns Zeit für die Menschen, die uns wichtig sind. Besonders zu Weihnachten wird das deutlich. Wenn Sie nun den Zwang „Ich muss aber … besuchen“ in sich verspüren, bitte ich Sie an dieser Stelle, sich etwas Zeit zu nehmen für das, was Sie wirklich wollen:

  • Wie wollen Sie Ihre Zeit zu Weihnachten verbringen?
  • Mit wem möchten Sie Zeit verbringen?
  • Wer tut Ihnen wirklich gut?
  • Wer ist Ihnen so bedeutend, dass Sie ihm/ihr gern Ihre Zeit schenken wollen?

„Wenn uns bewusst wird, dass die Zeit, die wir uns für einen anderen Menschen nehmen, das Kostbarste ist, was wir schenken können, haben wir den Sinn der Weihnacht verstanden.“ Roswitha Bloch

3. Warten schult die Geduld

„Vorfreude, schönste Freude“, heißt es in einem Adventslied. Nicht nur, dass die Vorfreude uns freudig stimmt, sie schult auch die Geduld. In der westlichen Kultur, bei der der Spaßfaktor wichtig ist und alles sofort erfüllt werden muss, ist Geduld eine Eigenschaft, die fehlt.

Gerade aber Geduld brauchen wir, wenn wir Stress abbauen wollen. Zeitgleich ist das Warten auf Weihnachten und die damit verbundene Vorfreude eine gute Übung für Disziplin – am Ende kommt die Belohnung.

Wer später einmal Karriere machen will, hat bereits als Kind wichtige Charaktereigenschaften mit dem Warten gelernt: Ausdauer und Disziplin.

4. Schenken macht glücklich

Wir sind uns einig darin, dass es beim Schenken nicht auf den materiellen Aspekt ankommt. Trotzdem wird unser Gehirn mit Glückshormonen geflutet, wenn wir etwas schenken, spenden oder anderweitig großzügig sind, das ergaben verschiedene Untersuchungen u. a. durch ein Forscherteam um So Young Park von der Universität Lübeck. Großzügige Menschen sind demnach glücklicher als Menschen, die nur an sich denken. Verantwortlich dafür soll eine erhöhte Gehirnaktivität zwischen zwei bestimmten Gehirnregionen (Übergang vom Schläfen- zum Scheitellappen) sein.

Trotzdem ist Vorsicht bei Geschenken geboten, die nach dem Prinzip „Ich schenke dir, damit ich etwas zurückbekomme“ übergeben werden. Wer sich gegenseitig etwas aufrechnet, hat den Sinn des Schenkens nicht verstanden. Ein Geschenk sollte vielmehr eine Form der Kommunikation darstellen und ein kleines verpacktes „Ich-hab-an-dich-gedacht-weil-du-mir-wichtig-bist“ sein.

„Nicht nur an Weihnachten sollte man sich Gedanken darüber machen, wie man einem Menschen eine Freude machen kann.“ Monika Minder

5. Auspacken macht glücklich

Es kribbelt beim Auspacken eines Geschenkes – sowohl der Schenkende als auch der Beschenkte spürt diese angenehme Aufregung. Deshalb ist es auch so wichtig, Geschenke hübsch zu verpacken. Verpackte Geschenke werden einfach gemocht. Bereits der Anblick der Verpackung steigert die gute Laune. Es sagt dem Beschenkten: „Da hat sich jemand Gedanken um mich gemacht.“

Und wer mag dieses Gefühl nicht? Wenn dann, nach dem Auspacken, der Beschenkte auch noch strahlt, ist die Freude groß.

6. Rituale schaffen Sicherheit

Sowohl Kinder als auch Erwachsene brauchen das soziale Miteinander und den Austausch mit anderen Menschen. Damit verbunden sind auch Rituale. Besonders zu Weihnachten verbinden uns Rituale, die wir meist aus der Kindheit übernommen haben und die unser Beisammensein noch immer prägen: gemeinsam Plätzchen backen, zusammen dekorieren und den Tannenbaum schmücken, und selbst die immer wiederkehrenden Weihnachtslieder wie „Last Christmas“ oder „Silent Night“ mögen kitschig klingen, sind uns aber vertraut. Rituale zum Weihnachtsfest sind hilfreich. Sie schaffen Ordnung und geben Sicherheit.

Aber Vorsicht: Zu viele Rituale können auch Streit verursachen. Denn wer zwanghaft jedes Detail plant, erhöht unnötig die Erwartungen bei sich und seinen Mitmenschen. Hier kann es schnell zu ungewollten Konflikten kommen.

7. Das Gehirn liebt Überraschung

Überraschungen lösen Emotionen aus. Bei angenehmen Überraschungen wie beispielsweise der spontane Besuch eines guten Freundes empfinden wir Freude. Haben wir nicht aufgeräumt, überfällt uns statt der Freude wahrscheinlich ein Gefühl der Scham und Peinlichkeit.

Aber egal, ob wir Weihnachten angenehme oder unangenehme Überraschungen erleben; sie lösen Emotionen aus. Das wiederum gibt uns ein Gefühl der Lebendigkeit. Mit Emotionen erinnert sich der Mensch besser. Das scheint wohl auch ein Grund dafür zu sein, dass zur Weihnachtszeit die ulkigen, heiteren und manchmal skurrilen Familiengeschichten ausgegraben und erzählt werden.

8. Weihnachtsromantik macht sensibler

Weihnachten beschert uns auch eine kleine Achterbahn der Gefühle. Auf der einen Seite scheint die Zeit still zu stehen und wir halten inne, auf der anderen Seite hält uns der Vorweihnachtsstress bis zum Heiligabend in Schach. Die Weihnachtszeit ist vollgepackt mit einem Gefühlscocktail aus dem Wunsch nach einer friedvollen und liebevollen Zeit einerseits und der Realität andererseits, die manchmal ganz anders aussieht. Dieser Spagat der Emotionen kann ein wenig Gefühlschaos herstellen.

Zeitgleich zeichnet Werbung uns ein wildromantisches Bild von Weihnachten, das uns weicher machen soll – natürlich, um mehr zu kaufen – aber ein Nebeneffekt ist auch, dass die Weihnachtsromantik uns sensibler macht.

9. Erwartung erzeugt Stress

Besonders zu Weihnachten sind die Erwartungen sehr hoch. Alles soll harmonisch und perfekt verlaufen. Das Essen soll besonders exzellent schmecken, die Großeltern wollen in die Kirche und die Kinder spielen lieber mit ihren Freunden. Das Problem: Wer alles gleichzeitig möchte und sich keinen Fehler eingestehen kann, setzt sich selbst unnötig unter Stress.

Schnell kommt dann unter der angespannten Stimmung das eine Wort zum nächsten. Aus Kleinigkeiten wird plötzlich ein ausgewachsener Streit. Unter Anspannung reagieren die meisten Menschen gereizter als sonst. Dabei sollte es doch „einfach nur ein schönes Weihnachtsfest werden“.

Hier hilft es, wieder mehr zu entspannen, sich Fehler zu erlauben und sich zu sagen: „Nicht perfekt ist immer noch gut genug.“ Das Zauberwort heißt hier Gelassenheit. Auch wenn es manchmal schwerfällt, gelassen zu bleiben, weil Weihnachten doch perfekt sein soll. Niemandem aber ist geholfen, wenn alle angespannt sind.

Auch kann es hilfreich sein, die Aufgaben etwas zu verteilen. So ziehen alle an einem Strang und es bleibt zwischendurch etwas mehr Luft für den Einzelnen. Verschiedene Erwartungen sollten angesprochen werden. Vielleicht findet sich hier der eine oder andere Kompromiss, mit dem alle leben und etwas entspannter sein können.

10. Sehnsucht nach Glück und Gemeinschaft

Und was ist mit alleinstehenden Menschen oder Singles?

Nun, es mag sein, dass einige von Ihnen auch an Weihnachten ihre Ruhe genießen möchten. Aber viele von Ihnen verspüren besonders an den Weihnachtsfeiertagen Sehnsucht nach Gemeinschaft und glücklichem Beisammensein.

Weihnachten wird leider oft idealisiert und romantisiert. Das ist besonders für Singles und alleinstehende Menschen fatal, denn das Gefühl von Einsamkeit verstärkt sich dadurch. Während die Freunde in familiären Verpflichtungen eingebunden sind, werden alleinstehende Menschen damit konfrontiert, weder Partner noch Familie zu haben. Während der eine niemanden hat, mit dem er Weihnachten feiern kann, sucht ein anderer sein Glück, indem er sich den familiären Verpflichtungen entzieht.

So oder so ist es sinnvoll, sich bereits einige Tage vor Weihnachten Gedanken darüber zu machen, welche Bedürfnisse Sie haben. Wollen Sie lieber Ihre Ruhe und sind damit glücklich? Oder möchten Sie lieber Kontakt zu anderen Menschen? Wichtig ist es dann, diese Bedürfnisse zu kommunizieren. Es gibt sowohl Familien, die gern auch an Weihnachten einen Freund der Familie mit dabei haben, als auch welche, die es tolerieren, wenn jemand seine Ruhe möchte. Die gegenseitige Rücksichtnahme gelingt dann umso besser, wenn Bedürfnisse offen, klar und deutlich ausgesprochen sind.

Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Adventszeit nach all Ihren Bedürfnissen und frohe Weihnachten!

Ulrike Fuchs Geprüfte Heilpraktikerin für Psychotherapie, Coach, Entspannungs- & Persönlichkeitstrainerin Martinsried/Planegg, MünchenHerzlichst, Ihre Ulrike Fuchs
Geprüfte Heilpraktikerin beschränkt auf das Gebiet Psychotherapie, Coach, Entspannungs- & Persönlichkeitstrainerin in Martinsried (Planegg) bei München

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Foto: Christian Kasper Fotograf München, Pixabay
Lektorat: 
Corinna Luerweg Hamburg

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