Achtsamkeit wäre kinderleicht, wenn da nicht die alltäglichen Herausforderungen lauern würden, die uns abhalten achtsam im Hier und Jetzt mit uns und unserer Umwelt zu leben. Dennoch lohnt es sich, Achtsamkeit zu üben. Denn Achtsamkeit hilft dabei Stress abzubauen, die eigene innere Klarheit und Gelassenheit zu finden, Kommunikation zu verbessern und Beziehung zu vertiefen, die eigene innere Kraftquelle zu finden, sowie den Augenblick zu genießen. Das steigert die Lebensfreude und das Selbstbewusstsein. Die sieben Grundhaltungen der Achtsamkeit helfen dabei, mehr Bewusstsein in das eigene Leben zu bringen.

Achtsamkeit

1. Offen bleiben

Achtsamkeit bedeutet, die Rolle eines Beobachters einzunehmen. Haben Sie gewisse Erwartungen oder Absichten, was in einer Achtsamkeitsübung bei Ihnen passieren soll, sind Sie nicht mehr offen für das, was tatsächlich in Ihnen passiert. Bleiben Sie offen, was der Moment der Achtsamkeit für Sie bereithält – ohne Ziel und ohne Absicht.

Nehmen Sie offen an, was kommt. Bleiben Sie unvoreingenommen, ohne zu verändern, weder im angenehmen, noch im unangenehmen Sinne. Ihre Seele weiß intuitiv, ob Sie etwas dazu fügen oder weglassen.

Jede Art der Erfahrung und Wahrnehmung darf sein, ist gut und richtig. Jeder Sinneseindruck, jede Körperempfindung, jeder Gedanke, jedes Gefühl und jeder Handlungsimpuls darf sein, ob sie angenehm, unangenehm oder neutral sind. Achtsamkeit möchte offen entdecken, was ist.

2. Akzeptanz – annehmen, was ist

Akzeptanz ist eine der wichtigsten, inneren Haltungen der Achtsamkeit. Das bedeutet, eine interessierte Haltung zu entwickeln, die alles so annimmt, wie es ist. Akzeptanz heißt, offen für das zu bleiben, was das Leben bereithält. Es bedeutet auch, der eigenen Menschlichkeit und Unvollkommenheit begegnen zu dürfen und sich selbst zu erlauben, dass sowohl Sonnenseiten als auch Schattenseiten in uns sein dürfen.

Alles, was Sie versuchen, vor sich selbst zu verheimlichen, bekommt für das seelische Erleben eine besondere Wirkung. Es wird deutlicher, bis es endlich sichtbar wird, damit es geheilt werden darf.

Akzeptanz darf allerdings nicht mit einer passiven, erduldenden oder aushaltenden Haltung verwechselt werden. Es ist wichtig und auch notwendig, wenn Sie spüren, dass Ihnen etwas nicht bekommt oder gar schadet, dass Sie alles daran setzen, die Situation zukünftig zu ändern.

3. Ohne Absicht und ohne Ziel

Oft arbeiten wir im Alltag auf ein bestimmtes Ergebnis oder Ziel hin. Achtsamkeit bedeutet dagegen nichts zu beabsichtigen. In einer Achtsamkeitsübung auf ein bestimmtes Ziel oder Ergebnis hinzuarbeiten, würde der Achtsamkeit nicht gerecht werden. Es geht in den Achtsamkeitsübungen nicht um eine bestimmte Denkweise oder Handlungsweise, sondern um das Da-Sein im Hier und Jetzt.

Auch wenn Sie Achtsamkeitsübungen praktizieren, um zu entspannen, Ihre eigene Mitte zu finden, sowie mehr Gesundheit und Wohlbefinden zu erlangen, sollten diese Gedanken während der einzelnen Übungen nicht im Fokus stehen, sondern Sie sollten sich stattdessen auf den Moment konzentrieren. Je mehr Sie sich mit einer Achtsamkeitsübung auf das Hier und Jetzt einlassen können, desto mehr Wirkung kann die Übung in Ihrem Leben entfalten.

4. Wertfrei und nicht beurteilen

In einer Gesellschaft, in der man nach Leistung strebt, wird viel miteinander verglichen und beurteilt. Das Problem ist, wer sich ständig mit anderen vergleicht, findet die Meinung der anderen, verliert damit jedoch die eigene innere Mitte. Außerdem fällt dieser Vergleich in der Regel nicht zu unseren Gunsten aus, es schwächt das Selbstwertgefühl und macht auf Dauer sogar unzufrieden.

Achtsamkeit zu üben bedeutet, ohne sich und andere zu verurteilen, einfach wertfrei, zu beobachten, was ist. Alle Vorurteile, Abwertungen und innere Kritiker haben im Alltag schon genug Raum, sodass die wenigen Minuten Achtsamkeitsübung wertfrei sein dürfen – alles, was ist, ist gut.

5. Vertrauen

Mit dem Üben von Achtsamkeit wächst das Zutrauen in Sie selbst und in Ihre Intuition. Sie werden immer mehr spüren können, was Ihnen gut tut und was nicht. Sie lernen immer besser, für sich und das, was Ihnen gut tut zu sorgen. Achtsamkeit bedeutet auch achtsam sein mit dem eigenen inneren Wesen, dem inneren Kind und den eigenen Bedürfnissen. Mit der Zeit wächst das Vertrauen in Ihre Person und Ihre innere Weisheit. Dazu braucht es etwas Übung in Achtsamkeit und etwas Geduld.

6. Geduld

Mit uns selbst geduldig zu sein, ist nicht immer leicht, allerdings hilft es dabei, besser zu entspannen. Jede Veränderung braucht Zeit. Geduld haben bedeutet, dass jeder Mensch seinem eigenen Tempo folgen muss. Ihr Tempo ist richtig und gut für Sie. Finden Sie in der Achtsamkeit Ihr eigenes Tempo, denn das ist es, was zählt. Nach dem eigenen Tempo zu leben kann sehr befreiend und heilsam sein. Bleiben Sie geduldig mit sich selbst.

7. Im Fluss des Lebens bleiben

Klassisch gehört zu den „Grundhaltungen der Achtsamkeit“ das Loslassen. Ich verwende an dieser Stelle bewusst nicht das Wort „Loslassen“, sondern „Im Fluss des Lebens bleiben“. Loslassen wird häufig als „verdrängen“ und „sich nicht weiter damit auseinander setzen“ verwechselt. Das ist allerdings mit Achtsamkeit keineswegs gemeint. Vielmehr ist es so, dass wir Verletzungen und Kränkungen, die uns in unseren Leben oder in vergangenen Beziehungen wiederfahren sind, nur mit dem aktiven Auseinandersetzen und Verarbeiten, verwandeln und verabschieden können. Dieser Abschied macht Platz und Raum für Neues in unserem Leben. Es ist der natürliche Fluss des Lebens.

Achtsamkeit bedeutet auch, Abschied von altem Ballast zu nehmen. Zuvor kommt jedoch immer erst das Annehmen so, wie es ist.

Herzlichst, Ihre Ulrike Fuchs
Paarberaterin und Heilpraktikerin für Psychotherapie

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Foto: Christian Kasper Fotograf München, Pixabay

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