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Belogen und betrogen: Soll man das Fremdgehen des Partners verzeihen oder die Beziehung beenden?

Wenn der Partner fremdgeht, reißt es dem Betrogenen den Boden unter den Füßen weg. Alles, was bisher von Bedeutung war, stürzt ein wie ein Kartenhaus. 1000 Fragen schwirren einem durch den Kopf:

Wie soll es weitergehen? Kann man Fremdgehen jemals verzeihen? Wie lange dauert es, bis man die Untreue des Partners verzeihen kann und wieder Vertrauen aufbaut? Wann lohnt es sich, den Seitensprung zu verzeihen? Und wann nicht? Was hilft, um den Treuebruch besser zu verarbeiten? Ist Fremdgehen immer ein Trennungsgrund? Kann eine Beziehung nach einer Affäre wieder funktionieren?

All dies werde ich als Paarberaterin regelmäßig gefragt und die Antworten auf diese Fragen sind Teil des Verarbeitungsprozesses, wenn man betrogen wurde. Deshalb möchte ich heute meine Erfahrungen aus der Praxis mit Ihnen teilen, damit Sie eine gute Entscheidung treffen können und erfahren, was in den Wochen und Monaten, nachdem Ihre Partnerin bzw. Ihr Partner fremdgegangen ist, aller Voraussicht nach auf Sie zukommen wird.

Die Gründe für Untreue: Warum geht der Partner fremd?

Es gibt viele Gründe, warum Menschen fremdgehen. Auch wenn Frauen und Männer gleichermaßen untreu werden, haben sie unterschiedliche Motive. Während Männer häufig aus sexuellen Gründen fremdgehen, beginnen Frauen oftmals eine Affäre aus emotionalen Gründen. Aber auch Männer verlieben sich in ihre Affäre, genauso wie es Frauen gibt, die nur ein rein sexuelles Abenteuer suchen.

In jedem Fall gehen Menschen aber aus pur eigennützigen und egoistischen Motiven fremd. Auf die Frage: „Was hast du dir dabei gedacht?“, antworten sie häufig wahrheitsgemäß: „Nichts.“ Menschen, die betrogen wurden, nehmen die Untreue oft selbst persönlich, aber das ist es nicht. Der untreue Partner geht nicht fremd, weil er dem Partner wehtun möchte, sondern weil er zu wenig über die Folgen des Seitensprungs nachdenkt. Der untreue Partner verletzt den Betrogenen, aber das geschieht nicht aus Absicht, sondern oft aus Unachtsamkeit.

Die meisten Affären entwickeln sich aus Gedankenlosigkeit oder Nachlässigkeit. Häufig entstehen Affären sogar in vermeintlich stabilen Beziehungen, in denen beide Partner oder einer von beiden angibt, dass doch alles wunderbar war. „Ich dachte immer, uns würde so etwas nie passieren“, sagen viele dann.

Genau das ist jedoch das Problem: die Selbstverständlichkeit. Sie ist Gift für jede Beziehung und macht die Untreue sehr viel wahrscheinlicher als bei Paaren, die es nicht für selbstverständlich halten, dass ihre Beziehung gut ist.

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Hilfreiche Tipps: „Mein Partner hat eine Affäre: Wie verhalte ich mich am besten?“

Wenn die Partnerin oder der Partner fremdgegangen ist, brennt der Schmerz unerträglich. Welche „Dos & Don‘ts“ im Umgang mit der Untreue gibt es? Wie geht es jetzt weiter?

„Welche Fehler sollte ich vermeiden?“

Fehler Nr. 1: Die Untreue des Partners ignorieren

Auch wenn es scheinbar im ersten Moment weniger schmerzt, die Untreue des Partners zu ignorieren, aber eine Lösung finden Sie damit leider nicht. Außerdem platzt irgendwann bei den meisten Menschen der Kragen, und dann ist es schwierig, ein konstruktives Gespräch zu führen.

Stattdessen ist es besser, Ihren Partner um ein Gespräch zu bitten, wenn Sie sich dazu bereit fühlen. Konfrontieren Sie ihn mit Ihrer Vermutung und sagen Sie ihm, welches Gefühl diese bei Ihnen auslöst.

Fehler Nr. 2: Gegenseitige Schuldzuweisungen

Viele Paare fallen, nachdem die Untreue bekannt wurde, in einen vorwurfsvollen Anklagemodus. Der betrogene Partner gibt dem untreuen Partner die Schuld daran, alles kaputtgemacht zu haben. Der untreue Partner hingegen gibt dem betrogenen Partner die Schuld für seine Unzufriedenheit in der Beziehung, die für ihn den Seitensprung zu legitimiert.

Fair ist das nicht, denn wenn jemand in seiner Partnerschaft unglücklich ist, kann er auch mit dem Partner reden und gemeinsam eine Lösung suchen. Eine Affäre ist, im Vergleich zu den ersten beiden Möglichkeiten, ein Alleingang. Für diesen hat sich der untreue Partner entschieden, wenn häufig auch nicht bewusst.

Fehler Nr. 3: Rache und Vergeltung

Rachefantasien hatte wohl jeder mal, der enorm verletzt wurde. Auch wenn die Versuchung groß ist, es dem Partner mal zu zeigen, wie sehr die Untreue schmerzt, ist Rache dennoch keine gute Lösung. Hinter der Rache steckt zwar etwas Gesundes – nämlich das Bedürfnis nach Ausgleich und Gerechtigkeit. Wir können diesen Ausgleich aber auf verschiedene Arten herstellen, beispielsweise, indem wir für uns sorgen und uns Gutes tun. Das sorgt für einen Ausgleich, der der Beziehung nicht zusätzlich schadet.

Fehler Nr. 4: Verdrängung

Es ist nachvollziehbar, dass man die Untreue des Partners so schnell wie möglich vergessen möchte. Aber das ist nicht immer so einfach bis unmöglich. Verdrängt man den Betrug, kommt das dicke Ende mit aufgestauter Wut, Vorwürfen und Aggressionen.

Lassen Sie stattdessen alle Ihre Gefühle zu, von Traurigkeit bis über verschiedene Ängste und Ohnmacht ist vermutlich alles dabei. So empfinden es jedenfalls die meisten Menschen, die betrogen wurden. Erlauben Sie sich Ihren Schmerz, anstatt ihn zu verdrängen.

Fehler Nr. 5: „Was könnten die anderen denken?“

Eines ist klar: Die anderen wissen es immer besser, zumindest glauben sie das. Aber egal ob Freunde oder Familie, die anderen haben alle ihren eigenen Kummer mit der Situation. Während die Eltern vielleicht fürchten, dass Sie sich jetzt trennen könnten, will ein anderer Freund vielleicht genau das, den untreuen Partner loswerden (um vielleicht selbst gute Chancen bei Ihnen zu haben).

Die anderen sind keine guten Ratgeber: Denn Sie wissen selbst, was gut für Sie ist und was nicht – auch wenn es sich zurzeit überhaupt nicht danach anfühlen mag.

Jeder Mensch empfindet das emotionale Nachbeben der Untreue anders: Die einen sind für eine offene Beziehung und die anderen finden es ein absolutes Unding, wenn der Partner fremdgeht. Der einzige Maßstab sind jedoch nur Sie und Ihr Partner.

Es geht um Ihrer beider Beziehung mit Ihren individuellen Regeln und Grenzen.

Die anderen sind jetzt mal egal und dürfen denken, was sie wollen.

Fehler Nr. 6: Den Kindern von der Affäre erzählen? Ein absolutes Don´t!

„Die Kinder müssen doch die Wahrheit erfahren.“ Hier wird Wahrheit zur gefährlichen Waffe, denn wenn Kinder vom Fehlverhalten des anderen Elternteils erzählt bekommen, geht es nicht um Ehrlichkeit, sondern darum, den „Betrüger“ bloßzustellen und mit ihm abzurechnen.

Die Kinder können am wenigsten etwas für Ihre Probleme in der Partnerschaft – und sie gehen sie auch nichts an. Das heißt nicht, dass Sie nicht auch mal mit einem Freund oder einer Freundin über die Untreue des Partners reden können, aber definitiv nicht mit den eigenen Kindern. Sie würden sich mit dem Leidtragenden zwangsweise solidarisch fühlen und zum Verbündeten werden. Das mag sich im ersten Moment vielleicht auch gut anfühlen, weil endlich jemand an Ihrer Seite ist. Die Kinder stürzt dies aber in einen Loyalitätskonflikt, weil sie den betrügenden Elternteil ja genauso lieben wie den leidtragenden, zeitgleich hat der Papa (oder die Mama) der Mama (oder dem Papa) so wehgetan.

Wer die eigenen Kinder, egal wie alt diese sind, in einen partnerschaftlichen Konflikt hineinzieht, tut dies nicht aus Wahrheitspflicht oder Liebe zur Ehrlichkeit, sondern, um mit dem untreuen Partner abzurechnen. Er schadet damit den Kindern. Denn sie sind mit diesem Verhalten die eigentlichen Leidtragenden.

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„Welches Verhalten ist am besten, wenn der Partner fremdgeht?“

1. Erst denken, dann reden? So klappt es!

Wenn wir emotional aufgeladen sind, können wir wahrlich nicht klar denken. Es wollen uns einfach keine guten Ideen und Lösungen einfallen, wenn wir emotionsgeladen sind. Ein Wutausbruch, kraftvolles Schreien oder Weinkrämpfe können zwar eine gute Druckentlastung sein, mehr aber auch nicht. Es kann sehr befreiend sein, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen, aber eine Lösung ist damit noch nicht auf dem Tisch.

Lösungsorientiert sind wir dann, wenn wir entspannt sind und uns wohlfühlen. Deshalb ist es nach einer Affäre enorm wichtig, dass der Betrogene ganz besonders auf sich achtet, was ihn oder sie in dieser Situation entspannt und was nicht. Das ist die Basis für jedes Klärungsgespräch.

Im zweiten Schritt machen Sie sich bitte Gedanken darüber, was Sie Ihrem Partner eigentlich mitteilen wollen. Was wollen Sie ihr oder ihm sagen? Was soll sie oder er über Sie erfahren? Wie erleben Sie die Situation? Welche Gedanken und Gefühle haben Sie? Wovor fürchten Sie sich vielleicht?

Es kann hilfreich sein, sich dazu ein paar Notizen zu machen, damit Sie den Faden im Gespräch selbst nicht verlieren. Oder Sie schreiben einen Brief, falls Sie im Gespräch um Worte ringen oder Ihr Partner Ihnen nicht zuhören kann.

2. Sich Luft machen: Wie bewältigt man unliebsame Gefühle?

Möglicherweise fühlen Sie sich von Ihren Gefühlen überwältigt. Wer das erste Mal im Leben erlebt, vom Partner belogen und betrogen zu werden, hat – glücklicherweise – wenig Übung darin, wie man sich in dieser Situation verhalten soll. Wie aber bewältigt man an diese Gefühle?

Machen Sie sich auch mal Luft, vielleicht bei einem guten Freund, dem Sie vertrauen, oder schreiben Sie Tagebuch. Wenn Sie keinem Freund von Ihrer Situation erzählen möchten und das Schreiben Ihnen zu unpersönlich ist, können Sie sich ebenso einen Therapeuten suchen, der Ihnen zuhört und hilfreiche Tipps gibt.

Manchen Menschen hilft es, Wut, Trauer, Enttäuschung und Ohnmacht „rauszustrampeln“, indem sie Sport treiben, wie etwa beim Fahrradfahren, Laufen, Boxen oder einfach nur Spazierengehen. Und wieder anderen hilft es, ihre unliebsamen Emotionen musisch oder künstlerisch ausdrücken, wie beispielsweise durch Malen oder Musizieren. Ebenso ist es auch in Ordnung, mal „Urlaub von sich selbst“ zu machen, also sich abzulenken mit den schönen Dingen des Lebens, wie mit einem Treffen mit Freunden oder bei einem Filmabend.

3. Nehmen Sie sich etwas wichtiger, bitte!

Vielleicht haben Sie den Eindruck, in letzter Zeit etwas zu kurz gekommen zu sein. Deshalb ist es gerade jetzt ein guter Zeitpunkt, wieder mehr auf sich zu achten. Konzentrieren Sie sich darauf, für sich zu sorgen. Behandeln Sie sich selbst wie Sie Ihre besten Freunde behandeln.

Sie erinnern sich? Rache ist nur der Versuch, einen Ausgleich zu schaffen. Sorgen Sie für diese Balance, nicht, indem Sie sich an Ihrem Partner rächen, sondern indem Sie besonders gut zu sich selbst sind.

4. Nehmen Sie sich Zeit, über Ihre Entscheidung nachzudenken

Viele Betrogene glauben, dass der untreue Partner sich entscheiden muss. Diesen Zahn möchte ich Ihnen hier ziehen, denn auch Sie müssen eine Entscheidung treffen, nämlich ob Sie mit Ihrem Partner nach dem Fremdgehen zusammenbleiben möchten oder nicht. Und wenn ja, unter welchen Bedingungen.

Machen Sie sich in Ruhe Gedanken darüber, was Sie verzeihen wollen und können – und was nicht. Möchten Sie einen Neuanfang oder lieber eine Trennung? Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen, um über Ihre Entscheidung nachzudenken.

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Abwägen und entscheiden: Kann man Fremdgehen verzeihen? Ist die Beziehung überhaupt noch zu retten?

Trennungsgrund Untreue: „Wir streiten uns nur noch, sollen wir uns trennen?“

Zuerst erlauben Sie mir bitte eine Frage: Seit wann streiten Sie sich?

Haben Sie sich bereits vor dem Seitensprung oder der Affäre gestritten, dann hat Ihr Streitverhalten vermutlich wenig mit der Untreue des Partners zu tun. Trotzdem ist die Frage berechtigt, ob man sich besser trennen sollte, wenn man sich nur noch streitet. Dazu ist es wichtig, genauer hinzusehen, denn Sie haben, wenn Sie schon länger streiten, gewisse Streitmuster entwickelt. Das sind ähnlich aufeinanderfolgende Abläufe: Der eine sagt A und die andere antwortet mit B, darauf folgt C usw.

Beobachten Sie sich einmal genau: Wie verlaufen Ihre Streitgespräche? Welche Muster erkennen Sie? Was hat Ihnen als Paar geholfen, sich nach einem Streit wieder zu versöhnen? Was hat den Streit verschlimmert? Nach dieser Analyse probieren Sie bitte dies gemeinsam aus: Tun Sie mehr von dem, was Ihnen als Paar hilft, und vermeiden Sie die Dinge, die Ihnen beiden schaden.

Wenn Sie sich erst mit der Untreue vermehrt streiten: Auch gut, denn das zeigt, dass sich das Streitthema auf den Seitensprung bzw. die Affäre eingrenzen lässt. Zusätzlich gibt es hier ein unglaubliches Wachstumspotenzial, denn als Paar braucht man Wege, wie man richtig streiten lernt, ohne sich absichtlich zu verletzen.

Der Streit allein ist also kein Trennungsgrund, es ist vielmehr die Frage, wie Sie mit Meinungsverschiedenheiten und Streitthemen als Paar umgehen: ob Sie sich gegenseitig abwerten und beleidigen oder ob es Ihnen gelingt, gemeinsam angemessen über ein kontroverses Thema zu diskutieren.

Wann lohnt es sich, die Untreue des Partners zu verzeihen?

„Kann man Untreue jemals verzeihen?“, wird sich der Eine oder die Andere an dieser Stelle vielleicht fragen. Ob man Fremdgehen verzeihen kann oder nicht, liegt an einer Kombination aus verschiedenen Faktoren. Die Antworten auf folgende Fragen werden Ihnen dabei helfen, herauszufinden, ob und wann es sich lohnt, das Fremdgehen des Partners zu verzeihen:

  • Wie wichtig ist mir unsere Partnerschaft?
  • Was bedeutet mir Treue?
  • Möchte ich die Untreue meines Partners überhaupt verzeihen?
  • Liebe ich meinen Partner oder bin ich abhängig von ihm?
  • Was verbindet uns und was davon möchte ich erhalten?
  • Hat der Alltag unsere Liebe und Leidenschaft betäubt?
  • Möchte ich gemeinsam mit meinen Partner an unserer Beziehung arbeiten?
  • Wie gut können wir über unsere Gefühle und Bedürfnisse reden?
  • Wie gut verstehen wir uns sonst miteinander?
  • Kann mein Partner Verständnis und Mitgefühl dafür aufbringen, dass ich mit seiner Untreue meinen Schmerz habe? Kann und will ich ihr bzw. ihm meinen Schmerz mitteilen?
  • Können wir uns in unserer Andersartigkeit kennen und lieben lernen, ohne ständig zu glauben, der Partner müsse sich doch verändern?

Die meisten Menschen entwickeln spätestens nach diesen Fragen und deren Antworten ein gutes Gefühl dafür, ob sie dem Partner das Fremdgehen verzeihen können und wollen. Oft scheitert es nicht am Wissen, wie man sich entscheiden soll, sondern daran, dass man dem, was sich da so in einem bewegt, kein Vertrauen schenkt. Dieses Vertrauen in sich jedoch und dass es gut wird, egal, wie es kommen mag, ist hilfreich in der Verarbeitung nach einem Seitensprung. Denn Verzeihen ist ein Prozess, der immer nur bei uns selbst beginnt.

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Unser Sexleben und unsere Leidenschaft sind eingeschlafen: Wie können wir sie wieder aufwecken?

Im Laufe einer längeren Beziehung kommt es zu weniger Leidenschaft – das ist natürlich und völlig normal. Anfangs helfen uns die Hormone der Verliebtheitsphase, uns richtig ins Zeug zu legen. Wird eine Beziehung nach dieser Hochphase stabiler, braucht es diesen Hormoncocktail nicht mehr – die Natur hat alles daran gesetzt, dass wir jetzt fest liiert sind. Mit der zunehmenden Sicherheit schwinden allerdings auch Anziehungskraft und Leidenschaft.

Nun beginnt die Phase, in der man sich entscheiden muss, ob man sich mit der Sexflaute und der fehlenden Leidenschaft zufriedengeben möchte oder nicht. Das entscheiden Sie als Paar. Sofern es für beide in Ordnung ist, dass die Sexualität jetzt etwas ruhiger sein darf, ist das ok.

Sobald einer von beiden fremdgegangen ist, sagt er bzw. sie damit auch: „Ich bin unzufrieden mit der fehlenden Leidenschaft.“ Meist jedoch fehlen in diesem Falle beiden die Anziehung und Leidenschaft, nicht nur dem, der untreu wurde.

Wenn dem Betrogenen die Leidenschaft nicht fehlt und nur der Untreue das Begehren vermisst, müssen Sie nun verhandeln und sich mit dem Interessenskonflikt auseinandersetzen. Dieser Auseinandersetzung aus dem Weg und stattdessen fremdzugehen, ist natürlich keine gute Idee.

Falls Sie beide mehr Leidenschaft in Ihre Beziehung bringen möchten, lade ich Sie dazu ein, sich gemeinsam auf eine Reise zu begeben, um Ihre Sexualität erneut zu erkunden. Gute Sexualität passiert nicht einfach so, wie es immer noch ein verbreiteter Irrglaube ist, sondern sie ist wie ein gutes Gespräch, nur körperlich. Wie können und wollen Sie sich einander wieder mehr zuhören und Interesse füreinander neu entwickeln? Dies ist eine Reise als Paar, die wohl niemals aufhört, denn wir entwickeln uns fortlaufend weiter.

Was ist, wenn der Partner sich fremdverliebt hat?

Eine rein sexuelle Affäre hält in der Regel nicht so lange an wie eine emotionale Affäre. Letztere ist auch wesentlich schwieriger zu beenden, da sich bereits Gefühle entwickelt haben. Eine emotionale Affäre muss nicht sexuell sein, aber sie ist in jedem Falle leidenschaftlich: Es knistert und erotische Spannung liegt in der Luft, auch wenn es (noch) nicht zum Sex kam.

Je nachdem, in welcher Phase sich der Partner befindet, der sich fremdverliebt hat, ist es noch möglich, die Reißleine zu ziehen – oder nicht.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Die 15 Anzeichen und 5 Phasen der emotionalen Affäre.

Kann man Fremdgehen verzeihen, wenn der Partner sich nicht entschuldigt? Was ist, wenn der Partner keine Reue zeigt?

Eine ausbleibende Entschuldigung ist kein klares Zeichen für fehlende Reue. Denn manche Menschen zeigen, dass es ihnen leidtut, ohne großartig Worte zu verlieren. Es hilft dem betrogenen Partner allerdings oft, die empfundene Reue des untreuen Partners ausgesprochen zu hören – auch immer wieder mal.

Schwierig wird es, wenn dem betrügenden Partner egal ist, dass der mit seinem Verhalten den betrogenen Partner verletzt hat. Dann ist es sehr viel wahrscheinlicher, dass er weitermacht wie bisher.

Auf der anderen Seite ist die Reue des untreuen Partners keine Garantie dafür, dass der betrogene Partner ihm verzeihen kann oder will. Das Bewusstsein für das eigene Verhalten und was dies beim betrogenen Partner anrichtet, wenn auch unbeabsichtigt, erleichtert es dem betrogenen Partner, versöhnlich zu werden. Dennoch gibt es manche Dinge, die wir nicht verzeihen können oder wollen. Dann kann der untreue Partner sich entschuldigen und bereuen, so sehr sie oder er es will – es erreicht den betrogenen Partner nicht (mehr).

Das Fremdgehen zu verzeihen, ist also nicht allein abhängig davon, ob der Partner sich entschuldigt oder nicht, sondern ob der verletzte Partner verzeihen kann und auch will.

Fremdgehen verzeihen: Wie lange dauert das?

Es braucht Zeit, bis man einen Seitensprung oder eine Affäre des Partners verkraftet hat. Jeder Mensch und jede Beziehung ist unterschiedlich.

Ein einmaliger Ausrutscher ist oftmals leichter zu verkraften als eine mehrjährige Affäre. Auch ist es für viele einfacher, wenn der Partner die Untreue gestanden hat, als wenn Sie selbst herausbekommen haben, dass sie oder er fremdgeht, oder jemand anderes den Seitensprung des Partners ausgeplaudert hat. Sind dann auch noch Kinder im Spiel oder andere gesellschaftliche Verpflichtungen, wird es nicht einfacher, eine gute Entscheidung zu treffen.

Das Fremdgehen zu verzeihen, dauert einige Wochen, Monate oder Jahre. Manche Menschen verkraften die Untreue des Partners niemals. Ohne Paartherapie ist die Zeit der Verarbeitung oft wesentlich länger und auch schwieriger, da wir Menschen unter starken Emotionen selten gute Lösungen finden. Mit guter Unterstützung sind die Verarbeitung des Schmerzes und der Vertrauensaufbau häufig leichter und schneller. Die Paarberatung hilft dabei, einen klaren Kopf zu bewahren und keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen.

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Fremdgehen verzeihen und verarbeiten: Die 7 wichtigsten Maßnahmen, die Ihnen helfen, die Untreue des Partners zu bewältigen

Wie kann man Fremdgehen verzeihen? Kann man das Vertrauen wieder aufbauen, nachdem derart verletzt, betrogen und belogen wurde? Ist die Beziehung noch zu retten?

Hier finden Sie die 7 wichtigsten Maßnahmen, mit denen Sie die Untreue des Partners verarbeiten und bewältigen können:

1. Maßnahme – Fremdgehen verzeihen: Erste Hilfe nach der Erschütterung

Wer betrogen wurde, weiß, wie tief das Vertrauen in den Partner erschüttert wurde. Von einem Moment auf den anderen ist alles weg, woran man bisher geglaubt hatte. Wenn der Partner fremdgeht, stürzt das viele Menschen in einen tiefen Abgrund: Sie vertrauen niemanden mehr. Nicht einmal sich selbst und der eigenen Wahrnehmung. Schließlich hat einem die eigene Intuition nicht frühzeitig gewarnt.

Um in eine Beziehung zu gehen, müssen wir vertrauen können. Bloß weil es Menschen gibt, die dieses Vertrauen ausnutzen, heißt das nicht, dass mit uns etwas nicht stimmt. Die erste wichtige Maßnahme, nachdem der Partner fremdgegangen ist, ist also, wieder Vertrauen in sich selbst zu finden.

Fast alle, die betrogen wurden, zweifeln unbändig an sich und ihrem Instinkt: „Ich hätte es früher merken sollen!“, „Wie konnte ich so blind sein?“ oder „Wie konnte ich mich derart täuschen?“

All diese Fragen sind nur ein Versuch, eine Schuldigen zu suchen. Sie sind aber nicht dafür verantwortlich, dass Ihr Partner eine Affäre beginnt anstatt mit Ihnen zu reden und eine Lösung als Paar zu suchen. Sie tragen auch keine Schuld daran, dass Ihr Partner Sie angelogen hat oder Ihnen den Seitensprung bewusst verschwiegen hat.

Vertrauen ist die Basis einer guten Beziehung: Sie tragen keine Schuld daran, dass Ihr Partner nicht angemessen mit diesem Vertrauen umgehen konnte.

2. Maßnahme – Fremdgehen verzeihen: Wer ist dann schuld an der Untreue?

Manchmal kommen wir in Situationen, die wir weder gewählt haben noch gut finden. Egal, welche Katastrophe oder Krise wie Hochwasser, Corona oder wenn der Partner fremdgeht – kein Mensch wählt so etwas freiwillig. Es gibt Schicksalsschläge, die uns zutiefst erschüttern und bei denen wir vielleicht sogar einen Schuldigen ausfindig machen können. Das schmälert aber nicht unser Leid. Woran liegt das?

Wir klagen über unser Leid und das, was uns zugestoßen ist. Die erlebte Ungerechtigkeit lässt uns erstarren, denn wir haben das so niemals beabsichtigt oder gewollt. Wir sind nicht schuld daran, dass andere Menschen unser Vertrauen missbrauchen. Durch das Klagen kommen wir aber auch nicht aus der Suppe heraus.

Auch wenn es schrecklich unfair ist: Durch die Untreue des Partner sind wir unverschuldet in diesen emotionalen Abgrund gestürzt und müssen jetzt selbst entscheiden, wie wir da wieder herauskommen. Es ist unfair, keine Frage – wenn es Ihnen dennoch gelingt, die Verantwortung für Ihr eigenes Wohlergehen wieder zu übernehmen, kommen Sie aus dieser Krise heraus. Die Rede ist nicht von der Verantwortung für die Untreue, diese trägt der untreue Partner, sondern die Verantwortung dafür, wie Sie mit diesem Scherbenhaufen umgehen wollen.

3. Maßnahme – Fremdgehen verzeihen: Verhör, nein danke – oder wie wirklich gute Fragen klingen

Endlos lange Diskussionen sind die Regel, wenn der Partner fremdgegangen ist: Fragen wie „Warum hast du das gemacht?“ oder „Warum hast du mir das angetan?“ erinnern schon eher an ein Verhör – es gibt einen Ankläger und einen Angeklagten. Das hat zur Folge, dass Sie sich im Kreis drehen. Zum Schluss fühlen Sie sich beide mies und das, was Sie eigentlich beabsichtigt haben – sich wieder näher zu kommen – bleibt aus.

Wir versuchen mit den vielen Fragen, die Gefühle und das Verhalten des Partners zu verstehen. Dieses Bedürfnis ist nachvollziehbar. Nur ist es wichtig, wirklich gute Fragen zu stellen. Fragen, die Ihnen als Paar weiterhelfen, die Untreue zu verarbeiten:

  • Was hast du in der Zeit der Untreue an dir gemocht? Was hast du in deiner Affäre über dich erfahren, was du gern in deiner Partnerschaft erleben würdest?
  • Wie hast du dich als Frau / als Mann gefühlt? Inwiefern warst du anders?
  • Wie hast du es vor dir selbst gerechtfertigt, dich auf jemand anderen einzulassen? (Z. B.: „Ich darf fremdgehen, weil meine Frau / mein Mann mir … nicht erfüllt.“)
  • Hast du dich schuldig gefühlt bzw. hattest du ein schlechtes Gewissen?
  • Weshalb begann die Affäre deiner Meinung nach? Was hat sie aufrechterhalten?
  • Hast du eine Affäre gesucht oder ist sie einfach passiert?

Achtung! Stellen Sie nur die Fragen, auf die Sie wirklich eine ehrliche Antwort hören wollen!

Ein Beispiel soll Ihnen dies verdeutlichen:

„Ich habe ihn gefragt, ob er seine Ex-Geliebte vermisst, aber er schwieg. Das machte es noch viel schlimmer, denn das war ja wie ein Geständnis“, gestand mir eine Klientin.

„Wollten Sie denn wirklich eine ehrliche Antwort?“, erkundigte ich mich.

„Wenn ich ehrlich bin, Frau Fuchs, wollte ich eigentlich nur hören, dass es vorbei ist und die andere kein Thema mehr ist.“

Wenn uns die mögliche Antwort aufstößt, ist es besser, die Frage für sich zu behalten, denn sonst provozieren wir, dass wir verletzt oder angelogen werden. Beides schadet der Beziehung.

4. Maßnahme – Fremdgehen verzeihen: Alle Gefühle sind erlaubt

Wenn die Partnerin / der Partner fremdgegangen ist, steht alles Kopf. Nichts ist, wie es mal war. Die Gefühle spielen verrückt. Wohin mit all diesen Emotionen? Wohin mit der ganzen Enttäuschung und der Wut? Was ist mit der Hilflosigkeit und den Ohnmachtsgefühlen, der Angst und der Ungewissheit? Wie soll es bloß weitergehen?

So verrückt, wie die Gefühle auch im Moment spielen mögen, sie haben alle ihre Berechtigung und wollen durchlebt werden.

Wichtig zu wissen: Fühlen ist nicht gleichzusetzen mit Handeln.

Denn wer aus Hilflosigkeit nächtliche und stundenlange Verhöre startet, wird sich und seiner Partnerschaft eher schaden. Wer aus Wut der Geliebten den Vorgarten umpflügt, wird vermutlich eher Ärger mit der Polizei bekommen.

Es geht ums Fühlen, die Gefühle auszuhalten, sie zu benennen, darüber zu sprechen und die Emotionen zuordnen zu lernen.

Indem wir Gefühle unterdrücken (Weinen, Schreien, Schimpfen, darüber sprechen …), fließt Energie ab, ähnlich wie ein überfüllter Staudamm, bei dem langsam Wasser abgelassen wird. Somit wird gesichert, dass nicht zu viel Druck auf dem Staudamm lastet und die Gefahr erhöht ist, dass er bricht. Wenn wir die Gefühle fühlen und sie ausdrücken, und seien sie noch so schmerzlich, spüren wir Erleichterung. Wir gelangen wieder ins Gleichgewicht.

Es ist wichtig, diese Gefühle angemessen zuordnen zu können. Denn „Ich habe Angst“ fühlt sich anders an als „Ich bin wütend“. Wenn wir weinen, obwohl wir wütend sind, werden wir uns nicht angemessen wehren und unsere Grenzen behaupten können. Wenn wir wütend fauchen, obwohl wir traurig sind, wird unser Partner nicht auf die Idee kommen, uns in den Arm zu nehmen, obwohl uns das guttun würde.

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5. Maßnahme – Fremdgehen verzeihen: Bleiben Sie geduldig mit sich selbst!

Wenn der Partner einen betrogen hat, will man am liebsten alles rückgängig machen. Sofort. Es soll alles wieder so sein wie früher – ohne diesen ganzen Schmerz. Schnell werden betrogene Partner ungeduldig in dem Bedürfnis, dass es nicht mehr so weh tut. Aber Heilung braucht immer Zeit, und sie beginnt erst, nachdem man sich allen Gefühlen gestellt und verarbeitet hat.

Ähnlich verhält es sich, wenn man das Fremdgehen des Partners verzeihen möchte: Erst müssen die wichtigsten Reparaturmaßnahmen stattfinden, erst danach kann die Heilung beginnen. Sitzt auch nur ein Stachel noch zu tief, braucht es einfach noch Zeit, um die Untreue des Partners zu verzeihen.

Suchen Sie alle emotionalen Stachel und ziehen Sie diese, Stück für Stück. Bleiben Sie geduldig mit sich selbst, wenn Sie nach einigen Wochen oder Monaten noch einen Stachel finden.

„Ich müsste doch schon viel weiter sein“, höre ich dann oft von meinen Klienten. Jeder hat aber sein eigenes Tempo.

Fremdgehen zu verzeihen, ist ein Prozess mit Höhen und Tiefen.

6. Maßnahme – Fremdgehen verzeihen: Sinnsuche

Wenn die Beziehung noch jung ist und beide in der Kennenlernphase sind, kann es zur Untreue kommen, wenn der fremdgehende Partner seine Meinung geändert hat und vielleicht doch lieber Single bleiben oder mit einem anderen Menschen zusammen sein möchte.

In einer Langzeitbeziehung kann es zu einer Affäre kommen, weil der untreue Partner in der Ehe oder Partnerschaft keine andere Lösung für ein bestehendes Problem gefunden hat. Es kann sein, dass der betrogene Partner es gar nicht als solches erkennt. Doch unbewusst wirkt es in der Partnerschaft als offenes Thema zwischen beiden. Wenn das Paar eine Chance haben will, die Krise gemeinsam zu überstehen, muss es sich auf Spurensuche begeben.

Diese Fragen helfen Ihnen dabei:

  • Was soll die Krise Ihnen zeigen?
  • Gab es Veränderungen, in denen Sie sich als Paar voneinander entfernt haben? (Vielleicht, ohne es überhaupt zu merken oder zu beabsichtigen.)
  • Gab es genügend Aufmerksamkeiten in Ihrer Partnerschaft? Oder fehlten gemeinsame schöne Erlebnisse oder kleine Abenteuer?
  • Was ist im Laufe der Beziehung zu kurz gekommen?
  • Hat sich Ihre Beziehung verändert, seitdem die Affäre aufgeflogen ist?
  • Welche dieser Veränderungen ist positiv?
  • Was haben Sie dadurch für Ihre Partnerschaft und für die Zukunft gelernt?
  • Wie sind jetzt die Gespräche mit Ihrem Partner?
  • Was wollen Sie beide von Ihrer Partnerschaft?

Die meisten Paare, die diese Krise der Untreue überstanden haben, sagen hinterher, dass es im Nachhinein gut so war: Sie sprechen (wieder) besser miteinander. Die Partnerschaft hat mehr Tiefe erhalten. Das Paar unterstützt sich gegenseitig besser und ist krisenfest geworden.

7. Maßnahme – Fremdgehen verzeihen: Holen Sie sich Hilfe!

Nach der Untreue wird es Zeiten geben, in denen Sie sich unverstanden und einsam fühlen werden. Sie müssen da aber nicht allein durch. Sie können sich Unterstützung und Hilfe suchen, wenn Sie allein nicht weiter kommen.

Manchmal kann es eine verständnisvolle Freundin oder der Bruder sein, die ein offenes Ohr haben. Wichtig ist, dass die zuhörende Vertrauensperson keinen eigenen Schmerz mit der Untreue hat. Wer selbst betrogen wurde, kann möglicherweise nicht ganz neutral bleiben. Und wer eigene Absichten hat, wie beispielsweise an einer Beziehung mit Ihnen, wird auch kein Freund sein, der hilft, das Fremdgehen des Partners zu verzeihen.

Die Unterstützung muss also neutral sein und sowohl Ihnen als auch Ihrer Partnerschaft gegenüber zugewandt sein, darüber hinaus flexibel genug, damit Sie sich in allen Ihren Entscheidungen unterstützt fühlen.

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Was hilft, um wieder Vertrauen aufzubauen?

Jeder macht Fehler. Sie passieren nicht, weil etwas falsch ist, sondern weil etwas fehlt: Zeit, Erfahrung, Wissen, Reife oder gegenseitige Aufmerksamkeiten.

Dem Partner seinen Fehltritt zu verzeihen – das klingt so einfach. Die Verletzung dagegen sitzt sehr tief. Ohne die Bereitschaft zu verzeihen, wird es allerdings schwierig, wieder Vertrauen aufzubauen. Nach der Untreue kann es helfen, wenn der betrogene Partner Reue zeigt – das aber allein reicht nicht aus. Es gibt Paare, da bereut der untreue Partner zutiefst und bietet unzählig viele Formen der Wiedergutmachung an, und trotzdem fehlt etwas: die Bereitschaft, an einer Beziehung zu arbeiten, brauchen beide. Denn es führen beide die Beziehung. Eine Partnerschaft ist keine Einbahnstraße.

Um Vertrauen wieder aufzubauen, braucht man Zeit. Es beginnt da, wo Kontrolle und Wissen aufhören. Kontrollieren wird Ihnen nur kurzfristig dabei helfen, die Angst zu beherrschen. Außerdem belastet das Kontrollverhalten auf Dauer die Partnerschaft. Finden Sie als Paar gemeinsam Alternativen, wie Sie mit Eifersucht und Misstrauen umgehen. Wo können Sie transparenter werden oder mehr Sicherheit schaffen – gemeinsam als Paar?

Die kommenden Wochen und Monate werden Sie beide offener miteinander zu sprechen lernen. Sie haben jetzt vielleicht keine Angst mehr davor, den Partner mit einem eigenen Wunsch oder Bedürfnis zu verletzen. Denn die Verletzung ist bereits anderweitig passiert. Und vielleicht hat es genau das gebraucht, dass Sie beide nicht mehr so zaghaft sind, sich einander wahrhaftig und tief authentisch zu zeigen. Denn viele Paare, bei denen es zu einer Dreiecksbeziehung kommt, haben sich – natürlich unbewusst – versucht, zu schützen. Sie wollten den Partner nicht mit den eigenen Bedürfnissen und Wünschen belästigen. Zu oft passiert es, dass einem diese Bedürfnisse gar nicht bewusst sind. Vielleicht sind Sie jetzt klarer. Sprechen Sie gemeinsam über Ihrer beiden Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen.

Wünsche dürfen sich mit den Jahren auch genauso wie Ihre Beziehung verändern. Die Regeln bestimmen Sie als Paar. Ihrer beider Regeln zählen – wichtig ist nur, dass Sie beide zu diesen Regeln mit beitragen und diese fair verhandeln.

Manchmal kann es hilfreich sein, etwas Luft an die Sache zu lassen und für eine Zeit auf Abstand zu gehen. Es kann dabei helfen, sich selbst wieder klarer darüber zu werden, was Sie selbst eigentlich wollen. Wichtig ist, dass Sie einen Zeitraum festlegen und offen darüber sprechen, damit Sie beide wissen, worauf Sie sich einlassen. Nehmen Sie sich unbedingt die Zeit, die Sie brauchen. Denn es bringt nichts, dem Partner zu verzeihen, wenn Sie im Grunde noch voller Groll sind. Ansonsten werden Sie sich weiterhin gegenseitig Vorwürfe machen.

Anschließend kommen Sie wieder zu einem Gespräch zusammen, in dem Sie sich gegenseitig zuhören und ruhig miteinander sprechen. Einen Konflikt löst man als Paar am besten, wenn beide ausgeruht, ausgeschlafen und entspannt sind. Ansonsten schaukelt sich das Gespräch schnell zu einem Streit hoch.

Dieses Gespräch kann auch in mehrere Gesprächseinheiten aufgeteilt werden. Das ist sogar sinnvoll, damit Sie beide möglichst ruhig bleiben können. In diesem Gespräch sollten Sie klären, was Sie beide noch voneinander wollen und was nicht. Was hält Sie zusammen? Reicht das für eine Partnerschaft überhaupt noch? Oder ist eine Trennung besser? Wenn Sie zusammenbleiben: Welche Ihrer Paarregeln sind veraltet und treffen nicht mehr auf Sie zu? Welche müssen verändert werden, weil Sie beide sich verändert haben? Was darf bleiben? Welche neuen Vereinbarungen treffen Sie miteinander, damit Ihre Beziehung gelingen kann? Welche Verhaltensweisen geben Ihnen Vertrauen? Was geht überhaupt nicht?

Herzlichst, Ihre Ulrike Fuchs
Paarberaterin und Heilpraktikerin für Psychotherapie

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Wichtiger Hinweis:
Die Texte auf www.muenchen-heilpraktiker-psychotherapie.de wurden mit Sorgfalt erstellt und dienen informellen Zwecken. Die Inhalte sollen in keiner Weise verleiten, eine ärztliche Behandlung abzubrechen, eine Selbstdiagnose zu stellen, selbst eine Behandlung vorzunehmen oder einen Arztbesuch zu vermeiden. Ganz im Gegenteil: Die hier gegebenen Informationen ersetzen keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung, Unterstützung und Behandlung.

Foto: Christian Kasper Fotograf München
Lektorat: Corinna Luerweg Hamburg
Grafik: Ulrike Fuchs München

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