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Hoovering – Wenn der Ex-Partner die Trennung nicht akzeptiert

Nach einer Trennung fühlen sich viele Menschen erst einmal einsam und sehnen sich nach Nähe und Vertrautheit. Aber nicht jeder versucht, den Ex-Partner bzw. die Ex-Partnerin zurückzugewinnen. Bei einigen tritt nach einer Trennung ein manipulatives Verhalten auf, das als „Hoovering“ bekannt ist – es beinhaltet verschiedene Taktiken der Manipulation, die darauf abzielen, die Beziehung zu erhalten bzw. den Partner zurückzugewinnen, obwohl die Trennung klar ausgesprochen ist.

Woran erkennt man Hoovering? Wie geht man mit den bedrückenden Liebeserklärungen und der Grenzüberschreitung durch den Ex-Partner bzw. die Ex-Partnerin um? Was können Sie tun, wenn der Ex die Trennung nicht akzeptiert? Wie verhalten sich Narzissten nach einer Trennung? Das erfahren Sie in folgendem Artikel.

Einfach erklärt – Was ist Hoovering?

Der Begriff „Hoovering“ bedeutet so viel wie Staubsaugen und beschreibt das toxische Verhalten einer Person nach einer Trennung, die versucht den bzw. die Ex zurückzugewinnen. Dieser Versuch kann durch verschiedene Methoden erfolgen, wie beispielsweise eine nicht gewünschte Kontaktaufnahme, emotionaler Erpressung, Einreden von Schuldgefühlen, Abwertungen, Gaslighting oder anderen Formen der Manipulation. Es werden endlose Versprechungen gegeben, was sich in der Beziehung alles positiv verändern wird, wenn man wieder ein Paar ist.

Hoovering ist eine toxische Form der Beziehungsgestaltung, da die Grenzen des Ex-Partners und den Wunsch nach einer Trennung nicht respektiert werden. Oft ist es ein Versuch, Kontrolle über die andere Person zu behalten bzw. zurückzubekommen. Denn mit einer Trennung hat man keinerlei Einfluss mehr auf die andere Person und deren Leben.

Das toxische Verhalten kann schwerwiegende Auswirkungen auf die Opfer haben. Die ständigen Versuche der Kontaktaufnahme, obwohl man getrennt ist, können zur emotionalen Belastung mit Angstzuständen, Stress und emotionaler Erschöpfung werden. Durch Hoovering beginnt man, an den eigenen Gefühlen und Entscheidungen zu zweifeln. Man wird unsicher, ob die Trennung möglicherweise doch ein Fehler gewesen sein könnte. Auch werden durch Hoovering vermehrt Schuldgefühle ausgelöst und der Heilungsprozess nach einer Trennung wird erheblich erschwert, weil man nicht richtig abschließen kann. Hoovering-Opfer haben häufig Schwierigkeiten, sich ganz zu lösen und nach vorn zu schauen, sie können schwer „Nein“ sagen.

Besonders Narzissten neigen zu Hoovering, da sie die Kontrolle über den bzw. die Ex behalten möchten und schlecht mit Zurückweisung umgehen können. Sie brauchen die Bestätigung ihrer Mitmenschen und wollen daher, dass der Partner bzw. die Partnerin zurückkehrt. Auch Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung können mit Trennung und Ablehnung schlecht umgehen, daher kann sich auch hier das toxische Verhalten zeigen. Manchmal kann es aber auch eine Form der Rache sein, den bzw. die Ex mit Schuldzuweisungen oder Drohungen zu bombardieren. Über dies hinaus gibt es auch Menschen, die mit einer Trennung nur schwer umgehen können, da sie sich emotional abhängig fühlen oder Angst haben allein zu leben, was sie mehr Kontakt zum Ex-Partner bzw. zur Ex-Partnerin suchen lässt, als es für alle Beteiligten gesund wäre.

Was ist der Unterschied zwischen „normalen“ Beziehungsproblemen und manipulativem Hoovering?

Wie kann man zwischen „normalen“ Beziehungsproblemen und manipulativem Hoovering unterscheiden? Welche Verhaltensmuster sind normal und ab wann wird es toxisch? Schließlich hat man ja auch in gesunden Beziehungen mal eine Meinungsverschiedenheit.

Hier sind einige Merkmale, die Ihnen helfen können, den Unterschied zu erkennen:

„Normale“ Beziehungsprobleme:

1. Kommunikationsprobleme & Missverständnisse

In gesunden Beziehungen kann es immer wieder mal zu Kommunikationsproblemen oder Missverständnissen kommen, die jedoch durch offene Gespräche, aktives Zuhören und gegenseitiges Verständnis gelöst werden können.

2. Konflikte

Konflikte und Meinungsverschiedenheiten sind normal. In gesunden Beziehungen versucht das Paar allerdings Kompromisse zu finden. Jeder darf seine Meinung haben. Diese wird respektiert und das Paar sucht eine Lösung, die beide für fair und passend empfinden.

3. Veränderungen

Menschen entwickeln sich weiter. Darum unterliegt auch eine gesunde Beziehung einem permanenten Wandel. Es ist normal, dass Veränderungen in einer Partnerschaft auftreten und Anpassungen erforderlich sind.

Manipulatives Hoovering:

1. Grenzüberschreitendes Verhalten

Hoovering beinhaltet oft grenzüberschreitendes Verhalten und Übergriffigkeit. Die klaren Wünsche des anderen, die Trennung zu akzeptieren, werden ignoriert.

2. Emotionale Erpressung und Manipulation

Beim Hoovering wird oft Manipulation und emotionale Erpressung eingesetzt, um Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen bei der anderen Person zu erzeugen.

3. Die Trennung wird nicht akzeptiert

Typisch für Hoovering ist, dass die Trennung nicht akzeptiert, sondern versucht wird, die andere Person gegen ihren Willen wieder in die Beziehung zu ziehen.

Es ist wichtig zu betonen, dass Hoovering ein manipulatives Verhalten ist und nicht als gesunde Bewältigung von Beziehungsproblemen gilt. In gesunden Beziehungen sind wertschätzende Kommunikation, Fairness, Respekt und die Fähigkeit zur Akzeptanz von großer Bedeutung.

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Die 10 häufigsten Hoovering-Strategien: Was sind typische Warnsignale?

Hoovering-Strategien sind nicht immer auf den ersten Blick durchschaubar. Es ist aber wichtig zu erkennen, wenn jemand versucht, einem ein schlechtes Gewissen einzureden, um angemessen darauf zu reagieren.

Deshalb finden Sie hier einen Überblick der 10 häufigsten Hoovering-Taktiken. Dieser soll Ihnen dabei helfen, die emotionale Manipulation besser zu erkennen, damit Sie sich leichter aus dem toxischen Strudel befreien können:

1. Unerwartete Kontaktaufnahme

Ein erstes Warnsignal für Hoovering kann sein, dass sich die Person nach wochen- oder monatelanger Stille plötzlich wieder meldet. Anders als bei der Frage, warum sich der Ex plötzlich wieder meldet, ist die unerwartete Kontaktaufnahme eine manipulative Strategie, um die Opfer zu verwirren. Die Botschaft ist doppeldeutig und soll vordergründig an die „alte Liebe“ erinnern wie beispielsweise „Ich habe gerade an dich gedacht“, zwischen den Zeilen kann man Vorwürfe und Schuldzuweisungen vernehmen. Die Kontaktaufnahme soll Verwirrung stiften und kann ein erstes wichtiges Anzeichen von Hoovering sein.

Auch kann es auch zu Stalking ohne Kontaktaufnahme kommen.

2. Herzzerreißende Liebeserklärungen

Im Laufe des Hoovering-Prozesses kann man eine faszinierende Wendung beobachten: Die Person, die zuvor vielleicht zurückhaltend oder gar distanziert war, ändert ihre Strategie radikal, um das Opfer erneut für sich zu gewinnen – plötzlich kommt es zu herzzerreißenden Liebeserklärungen und romantischen Versprechungen einer gemeinsamen Zukunft – etwas, dass man sich in der Beziehung immer ersehnt hat, nur ist man jetzt getrennt. Diese plötzliche Wandlung verwirrt viele Opfer, gleichzeitig scheint es sehr verlockend zu sein.

Es ist wichtig zu erkennen, dass diese Versprechungen oft oberflächlich sind und dazu dienen, das Opfer erneut in einen manipulativen Griff zu bekommen. In diesem Stadium des Hoovering-Prozesses ist es entscheidend, sich bewusst zu sein, dass die plötzliche Intensität der Gefühle nicht unbedingt aufrichtig ist, sondern ein weiterer Trick, um zu manipulieren.

3. Reue und Versprechungen

Der Hoovering-Partner wird sagen, wie sehr er bzw. sie die Trennung bedauert. Die Äußerungen klingen aufrichtig, sodass man meinen könnte, er bzw. sie entschuldigt sich für sein bzw. ihr früheres Verhalten. Dazu kommen Versprechungen, was in Zukunft alles besser werden soll. Die Reue wirkt ehrlich gemeint, aber es bleiben alles leere Versprechungen.

Die Bitte um ein letztes Gespräch oder Date, soll zeigen, wie ernst man es meint, jedoch sind das alles Worte ohne echte Erkenntnis und Veränderungen bleiben aus. Das kann einen in einen Kreislauf von Hoffnung und Enttäuschung ziehen, da der Glaube entsteht, dass sich die Person geändert hat oder dass die Beziehung eine zweite Chance verdient. In Wirklichkeit ist Hoovering jedoch oft nur eine Manipulationstaktik, die dazu dient, das Opfer erneut zu kontrollieren.

4. Schlechtes Gewissen einreden

Funktionieren alle Versprechungen und die Reumütigkeit als Masche nicht, wird die Hoovering-Strategie gewechselt, und die Person redet dem Opfer ein schlechtes Gewissen ein. Diese subtile, aber dennoch mächtige Taktik wird angewendet, um die Schuld oder Verantwortung auf das Opfer zu übertragen, ohne dabei selbst Verantwortung zu übernehmen.

Das Einreden eines schlechten Gewissens kann auf verschiedene Arten geschehen, von passiv-aggressiven Bemerkungen bis hin zu direkten Schuldzuweisungen. Oftmals wird dabei die emotionale Verletzbarkeit des Opfers ausgenutzt, indem etwa frühere Fehler oder Schwächen vorgehalten werden. Das Ziel ist es, die andere Person dazu zu bringen, sich schuldig zu fühlen und sich somit manipulierbar zu machen.

5. Das soziale Umfeld manipulieren

Auch Freunde und Familie des Opfers sind vor der Hoovering-Strategie nicht geschützt. Wenn Personen, die Hoovering betreiben, bei ihrer Zielperson nicht weiterkommen, wenden sie sich oft an die Freunde oder Familie des Opfers. Sie versuchen beim sozialen Umfeld einen positiven Eindruck von sich zu hinterlassen und ihre Opfer in einem negativen Licht darzustellen.

Zu dieser Hoovering-Strategie gehören: Schmeichelei, um Vertrauen bei den dem Opfer nahestehenden Personen zu gewinnen, zeitgleich falschen Anschuldigungen oder Lügen über das Opfer verbreiten, als Beispiel: Sie könnten behaupten, dass das Opfer sie im Stich gelassen hat oder dass es psychische Probleme hat. Ziel ist es, das Opfer zu isolieren, denn wer wenig soziale Kontakte hat, ist leichter zu beeinflussen.

6. So tun, als sei alles wie bisher

Wenn eine Person so tut, als ob nichts passiert wäre, obwohl sie selbst manipulativ gehandelt hat, könnte dies ein Anzeichen für Hoovering sein. Sie versucht, die Verantwortung für ihr Handeln zu vermeiden. Personen, die Hoovering betreiben, neigen dazu, unehrlich zu sein und sich oft so zu verhalten, als ob ihre Taten keine Auswirkungen hätten oder als ob sie unschuldig wären. Wenn man sie darauf anspricht, werden sie es leugnen oder Besserung geloben (siehe Punkt 3).

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7. Emotionale Abhängigkeiten erzeugen

Eine manipulative Person versucht oft, emotionale Abhängigkeiten zu erzeugen oder auszunutzen. Sie kann dies u.a. tun, indem sie Schuldgefühle erzeugt, das Opfer idealisiert oder durch Versprechungen und Liebesbekundungen. Ziel ist es, die Trennung rückgängig zu machen und den Ex zurückzugewinnen, auch wenn dies nicht im besten Interesse des Opfers liegt.

8. Opferhaltung bei Hoovering

Manipulative Personen stellen sich gern als Opfer dar. Sie appellieren damit an das Einfühlungsvermögen sowie Mitgefühl ihres Gegenübers. Das ist der Grund, warum beispielsweise Narzissten gut an Menschen „andocken“, die sehr emphatisch sind: Man kann sich ja kaum gut fühlen, wenn es dem anderen so schlecht geht. Aber Vorsicht, das ist die Hoovering-Strategie: Durch die Opferhaltung der manipulativen Person, wird ein schlechtes Gewissen erzeugt und es kommt zu weiteren Abhängigkeiten, hier vor allem emotional, kann aber auch finanzieller oder gesundheitlicher Natur sein.

Wenn jemand sich als Opfer inszeniert, kann dies ein manipulatives Verhalten sein, um andere dazu zu bringen, sich schuldig zu fühlen, sowie ihre Aufmerksamkeit und Unterstützung zu erhalten, oder um sich selbst in einem günstigen Licht darzustellen.

9. Erpressungen jeder Art

Hoovering-Personen erpressen ihre Mitmenschen auf verschiedene Arten: Das kann in Form von emotionaler Erpressung wie beispielsweise durch übertriebene Eifersucht oder Verlustangst sein. Etwas subtiler ist die Erpressung mit Geschenken: Hier wird das Opfer absichtlich mit Geschenken überhäuft, um ein Ungleichgewicht und damit ein schlechtes Gewissen zu erzeugen, was eine Art „Bringschuld“ zur Folge haben soll. Die Beschenkten sollen sich zur Dankbarkeit verpflichtet fühlen.

In extremen Fällen kann es zu Androhung von Gewalt kommen, diese soll das Opfer einschüchtern, Angst und Stress erzeugen.

10. Drohungen, sich selbst etwas anzutun

Wenn alle Hoovering-Strategien nicht in dem Maße fruchten, wie es diese Person gerne hätte, kann es zu Drohungen kommen, sich selbst zu verletzen. Damit will die manipulierende Person ein Date erzwingen bzw. Ihre Aufmerksamkeit wecken.

Die 5 häufigsten Gründe: Warum kann der Ex die Trennung nicht akzeptieren?

Die Gründe für Hoovering können vielfältig sein und hängen oft von den individuellen Umständen und Motivationen des Täters ab. Hier sind einige mögliche Gründe für Hoovering:

1. Macht und Kontrolle

Einer der Hauptgründe für Hoovering ist, Macht und Kontrolle über die andere Person aufrechtzuerhalten. Die Person möchte die Kontrolle über die Beziehung und die jeweils andere Person behalten und benutzt daher Hoovering-Techniken, um sie zurückzugewinnen.

2. Narzissmus oder Borderline-Persönlichkeitsstörung

Personen mit narzisstischen Persönlichkeitsstörungen können ein starkes Bedürfnis nach Bewunderung und Bestätigung haben. Wenn eine Person sie verlässt oder sich von ihnen abwendet, kann das Ego stark verletzt werden. Narzissten verstehen eine Trennung als Zurückweisung und Ablehnung ihrer Person. Hoovering kann verwendet werden, um die Aufmerksamkeit und Bewunderung der anderen Person zurückzugewinnen.

Bei Menschen mit Borderline-Persönlichkeit ist das Bedürfnis nach Kontrolle zwar auch wichtig, allerdings anders als bei Narzissten fühlen Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung sich emotional abhängig und glauben deshalb, ohne den anderen nicht mehr leben zu können. Auch sie können Hoovering-Strategien benutzen, um zu versuchen, den bzw. die Ex zurückzugewinnen.

3. Angst vor dem Verlust

Manche Menschen, insbesondere solche mit Bindungsängsten oder Verlustängsten, fürchten sich vor dem Verlust einer Beziehung und tun alles, um sie aufrechtzuerhalten. Hoovering kann eine Reaktion auf diese Angst sein und ein Versuch, die Beziehung wiederherzustellen, um den Verlust zu vermeiden – der bzw. die Ex will Trennung nicht akzeptieren.

4. Leere und Einsamkeit

Manche Menschen fühlen sich leer oder einsam, wenn sie allein sind, und suchen ständig nach externer Bestätigung und Nähe. Hoovering kann ein Versuch sein, diese Leere und Einsamkeit zu füllen, indem man die verlassene Person zurückholt, um wieder Nähe und Bestätigung zu erhalten.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel: Einsamkeit schmerzt und kann krank machen.

5. Mangelndes Selbstwertgefühl

Personen, die hoovern, könnten ein geringes Selbstwertgefühl haben und sich nur dann gut fühlen, wenn sie die Kontrolle über andere ausüben oder von ihnen bewundert werden. Hoovering kann dazu dienen, ihr Selbstwertgefühl zu stärken, indem sie die andere Person zurückgewinnen und dominieren.

Diese Gründe können oft miteinander verbunden sein und variieren je nach den individuellen Umständen und Persönlichkeitsmerkmalen der beteiligten Personen. Es ist wichtig zu beachten, dass Hoovering ein manipulatives Verhalten und nicht gesund für die betroffene Person oder die Beziehung ist.

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Was tun, wenn der Ex die Trennung nicht akzeptiert?

Wenn die Ex-Partnerin bzw. der Ex-Partner die Trennung nicht akzeptiert, kann das eine sehr schwierige und belastende Situation sein. Wichtig ist, dass Sie sich nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Hier sind einige Schritte, die Sie unternehmen können, wenn Ihr Ex die Trennung nicht akzeptiert:

1. Klare Grenzen setzen

Kommunizieren Sie klar und deutlich, dass die Beziehung vorbei ist und Sie keinen Kontakt mehr möchten. Auch die Formulierung „Wir können Freunde bleiben“, schürt nur unnötig Hoffnung bei der Person, die die Trennung nicht akzeptieren kann oder will. Seien Sie konsequent darin, Ihre Grenzen zu wahren und lassen Sie sich nicht auf Diskussionen, Schuldzuweisungen oder Verhandlungen über die Trennung ein. Sie hatten einen Grund für die Trennung, bleiben Sie dabei.

2. Kein Kontakt

Nach einer Trennung Freunde zu bleiben, ist nur möglich, wenn beide die Trennung akzeptieren und darüber hinaus noch befreundet bleiben möchten. Wenn eine Person die Trennung nicht akzeptiert, dann ist eine Freundschaft nicht möglich, da so weiter Hoffnung gemacht wird.

Vermeiden Sie daher jeglichen Kontakt, sofern möglich. Wenn Sie Kollegen sind, bleiben Sie im Umgang betont beruflich und vermeiden Sie private Plauderei. Haben Sie gemeinsame Kinder, werden Sie alle Erziehungsfragen bzgl. der Kinder und den Umgang miteinander klären müssen – darüber hinaus müssen Sie aber nichts von Ihnen persönlich preisgeben.

Haben Sie keinerlei soziale Verpflichtungen miteinander, dann blockieren die Person in sozialen Medien und vermeiden Orte, an denen Sie sich treffen könnten.

3. Unterstützung suchen

Suchen Sie sich Unterstützung bei Freunden, Familie oder einem Therapeuten. Es kann hilfreich sein, mit anderen über Ihre Gefühle und die Situation zu sprechen und Ratschläge von Menschen zu erhalten, die Sie unterstützen und helfen die Auswirkungen von Hoovering zu bewältigen. So können Sie sich auch von Schuldgefühlen und schlechtem Gewissen lösen.

4. Selbstfürsorge

Konzentrieren Sie sich auf Ihre eigenen Bedürfnisse und kümmere Sie sich um sich selbst. Das kann bedeuten, Zeit allein zu verbringen, Hobbys zu pflegen, Sport zu treiben oder andere Aktivitäten zu unternehmen, die Ihnen Freude bereiten. Eine Trennung schenkt auch wieder Zeit für Dinge, die vielleicht in der Beziehung etwas kürzertreten mussten – jetzt ist Zeit, Vergangenes loszulassen und etwas Neues auszuprobieren.

5. Geduld haben

Es kann einige Zeit dauern, bis der bzw. die Ex-Partner die Trennung akzeptiert.

Nehmen Sie Ihre eigenen Empfindungen ernst. Es ist normal, sich verwirrt, verletzt oder frustriert zu fühlen, wenn der Ex-Partner bzw. die Ex-Partnerin versucht, die Beziehung zu erhalten und Sie zurückzugewinnen. Erlauben Sie sich Ihre Gefühle, ohne sie und Ihre Reaktionen darauf zu verurteilen. Jeder geht durch einen individuellen Heilungsprozess, und es ist wichtig, dass Sie geduldig mit sich selbst bleiben.

Fazit: Hoovering

Hoovering ist ein manipulatives Verhalten, das darauf abzielt, eine Beziehung nach einer Trennung aufrechtzuerhalten bzw. wiederherzustellen. So herzzerreißend die Liebeserklärungen und Versprechungen auch sein mögen, es ist wichtig bei Hoovering klare Grenzen zu setzen, um sich vor emotionalem Missbrauch und Manipulation zu schützen. Lassen Sie sich nicht erpressen oder in Schuldgefühle verwickeln, sondern kümmern Sie sich um sich selbst und Ihren eigenen Heilungsprozess, um mit der Beziehung endgültig abzuschließen. Wenn die bzw. der Ex die Trennung nicht akzeptiert, kann es sinnvoll sein, den Kontakt abzubrechen.

Wünschen Sie sich Unterstützung, um wieder innerlich frei zu werden, dann vereinbaren Sie gern einen Termin mit mir.

Herzlichst, Ihre Ulrike Fuchs
Paarberaterin und Heilpraktikerin für Psychotherapie

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Lektorat: Corinna Luerweg Hamburg
Grafik: Ulrike Fuchs München

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